Please use this identifier to cite or link to this item: https://doi.org/10.21256/zhaw-4920
Title: Mehrsprachige Gesundheitsversorgung : Sprachliche Aspekte der professionellen Identität von «international doctors»
Authors : Hohenstein, Christiane
Lévy-Tödter, Magdalène
Conference details: 13. Internationale Funktionale Pragmatik Konferenz 2018, «Sprache, Sprachen und Institutionen in der vielsprachigen Gesellschaft – Language, Languages and Institutions in a Multilingual Society“, Winterthur, 04.-06. Oktober 2018
Publisher / Ed. Institution : ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Issue Date: Oct-2018
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Type of review: Peer review (Abstract)
Language : German
Subjects : Medical communication; Multilingual health communication; International doctors; Professional identity
Subject (DDC) : 302: Social interaction
610: Medicine and health
Abstract: Ärztemangel führte in Deutschland und der Schweiz zu internationalen Rekrutierungen und Ärztemigration. Seit 2012 haben in der Schweiz jährlich mehr als 50% der neu akkreditierten Fachärzte ihr Diplom und ihre postgraduale Spezialisierung im Ausland erworben. Berichte über Kommunikationsprobleme (z. B. fremder Akzent, fehlender spezifischer Wortschatz, fehlende sprachliche Handlungsmuster) führten in der Schweiz u. a. zu politischen Massnahmen, um die Zahl der im Inland ausgebildeten Medizinerinnen und Mediziner zu erhöhen. Eine kritische Neubewertung auch der ethischen Aspekte von Ärztemigration steht noch am Anfang. Nicht beforscht wurde bislang, welche Auswirkungen sie auf das professionelle Selbstbild von Ärzten und Ärztinnen hat. Welche Rolle spielen Sprache und sprachliche Reflexion bei der Anpassung einer "mehrsprachigen beruflichen Identität"? Ärztinnen und Ärzte, Psychologen und Therapeutinnen, die in einem Land praktizieren, das nicht ihr Herkunftsland ist, in dem sie als „Ausländer“ oder als Mensch mit Migrationshintergrund angesehen werden, und die in der Arzt-Patienten-Kommunikation bzw. der Therapeuten-Klienten-Kommunikation entweder die Sprache des Patienten/ der Klientin als L2 oder eine gemeinsame Lingua Franca (z. B. Englisch) verwenden, können als ‚international doctors’ bezeichnet werden. Sie treten als ausgebildete medizinische Fachleute in eine neue Sprachgemeinschaft und Gesellschaft ein und haben fortan ein allophones oder mehrsprachiges Arbeitsumfeld, in dem eine andere Sprache als ihre L1 Arbeits- und Amtssprache ist. Da die Entwicklung einer "beruflichen Identität" als Teil des Ausbildungsprozesses zum Arzt angesehen wird, stellt sich die Frage, welche Veränderungen des ‚professional self’ diese grosse Gruppe von ‚international doctors’ durch das Arbeiten in einer L2 erfährt. Die qualitative Studie basiert auf Interviews mit Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Therapeuten, die in Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz mehrsprachig bzw. in einer L2 arbeiten. Komplementierend wurden einige Audioaufnahmen von Patienten- bzw. Klienten-Gesprächen der Interviewten erhoben. Die Daten eröffnen Einblicke in die professionelle Interaktion in einem mehrsprachigen Gesundheitssystem ohne die Hilfe von Dolmetschenden.
Departement: Applied Linguistics
Organisational Unit: Institute of Language Competence (ILC)
Publication type: Conference Poster
DOI : 10.21256/zhaw-4920
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/13526
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