Title: Die Struktur politischer "Kommunikationswunder" : ein Beitrag zur diskurstheoretischen Rekonstruktion (europa)politischer Öffentlichkeit
Authors : Stücheli-Herlach, Peter
Conference details: Mediensymposium 2010 : «Stratifizierte, segmentierte Öffentlichkeit - stratifizierte, segmentierte Aufmerksamkeit?», Universität Zürich, 18.-20. November 2010
Issue Date: 2010
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Type of review: Not specified
Language : German
Subjects : Organisationskommunikation; Diskursanalyse; Politische Kommunikation
Subject (DDC) : 320: Politics
401.4: Lexicology and terminology
Abstract: Die fortschreitende Ausdifferenzierung gesellschaftlicher Funktionssysteme, Schichten und Segmente wirft die Frage nach der Möglichkeit politischer Verständigung und Steuerung auf. Das ist die Frage nach spezifischen Leistungen der politischen Öffentlichkeit für eine sich zentrifugal entwickelnde Gesellschaft. Sie ist in der politischen Diskurstheorie als Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit politischer „Kommunikationswunder“ bekannt (1). Am Beispiel der Schweizerischen Europapolitik seit 1992 erhält die Frage nach einem solchen „Kommunikationswunder“ eine konkrete Bedeutung, hat sich doch der so genannte „Bilaterale Weg“ in mehreren öffentlichen Debatten und anschliessenden Volksabstimmungen eine besondere Legitimation und breite Unterstützung erworben. Die für eine explorative Fallstudie untersuchten offiziellen Abstimmungsinformationen der Schweizer Behörden hatten dabei die Funktion eines „Leitmediums“ der politischen Kommunikation (2). Unter einer diskurstheoretischen Makro- und Mesoperspektive betrachtet, liesse sich ein politisches „Kommunikationswunder“ entweder mit der sprachlichen Konstitution von Diskurskoalitionen oder mit den legitimierenden Effekten sprachlich vermittelter Deliberationsprozesse erklären – erste empirische Indizien lassen sich in den offiziellen Abstimmungsinformationen für beide Erklärungsmuster finden (3). Unter einer kommunikationspragmatischen Mikro-Perspektive betrachtet, spielen Strategien der Diskurssteuerung und der diskursiven Verständigung eine wesentliche Rolle, wie sie anhand von Expertengesprächen mit Koautoren dieser Abstimmungsinformationen identifiziert werden können (4). Schritte der diskursanalytischen Rekonstruktion und die Ergebnisse der Exploration des Fallbeispiels Schweizerischer Europapolitik seit 1992 ermöglichen es auf diese Weise, die Bedeutung zu umreissen, die Prozesse sprachlich-symbolischer Repräsentation für die Konstitution politischer Öffentlichkeit haben – auch unter den Bedingungen fortschreitender sozialer Differenzierung (5).
Departement: Angewandte Linguistik
Organisational Unit: Institute of Applied Media Studies (IAM)
Publication type: Conference Other
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/6504
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