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Publication type: Bachelor thesis
Title: Schutzwirkung gegen Lawinen auf Vaia-Windwurfflächen im Val Tuors
Authors : Ott, Tobias
Advisors / Reviewers : Bucher, Hansueli
Bebi, Peter
DOI : 10.21256/zhaw-19258
Extent : 45
Issue Date: 2019
Publisher / Ed. Institution : ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Publisher / Ed. Institution: Winterthur
Language : German
Subjects : Windwurfflächen; Lawinenschutzwirkung; Fernerkundung; Schutzwald; Wirkhöhen; Totholz; Vaia
Subject (DDC) : 333.7: Land, recreational areas and energy
363: Environmental and security problems
Abstract: Windwurf gehört neben Borkenkäferkalamitäten und Waldbrand zu den grössten Gefahren für den Lawinenschutzwald in der Schweiz. Im Oktober 2018 zerstörte der Sturm Vaia grosse Teile des Schutzwaldes im Albulatal und Val Tuors. Die vorliegende Arbeit befasst sich einerseits mit den betroffenen Waldtypen bezüglich Kronenschlussgrad, Bestandesstruktur und Baumarten. Andererseits wurde auf einer kleineren Untersuchungsfläche die Lawinenschutzwirkung analysiert und eine Beurteilung über das Liegenlassen des Totholzes gemacht. Dies erfolgte mit Fernerkundungs- sowie Felddaten. Die lockeren, stufigen Bestände waren vom Sturm Vaia auf der untersuchten Fläche am meisten beschädigt worden. Zusätzlich war es die Fichte (Picea abies), welche mit Abstand den grössten Schaden erlitt. Die gedrängt/normalen, zweischichtigen Bestände konnten dem Wind am besten standhalten. Die Lärche (Larix decidua) als Herzwurzler und vor allem die Arve (Pinus cembra) mit ihrem Pfahlwurzelsystem hatten eine viel höhere Wiederstandkraft als die Fichte mit ihrem Flachwurzelsystem. Jedoch spielen noch zahlreiche andere Faktoren mit, wie anfällig ein Bestand auf Windwurf ist. Es ist eine komplexe Interaktion von meteorologischen Bedingungen, Standorteigenschaften, Bestandesstrukturen und äusseren Einflüssen, wobei dem Sturm selbst die grösste Bedeutung zukommt. Innerhalb des Perimeters waren fast keine Bäume, welche unbeschädigt blieben, vorhanden gewesen. Zu 80% lagen die liegenden Stämme in der Falllinie des Hanges. Vorverjüngung war auf der Fläche nur sehr spärlich vorhanden. Dies muss für die nachhaltige Lawinenschutzwirkung negativ gewertet wer-den. Jedoch bietet das liegende Totholz durch die erhöhte Oberflächenrauigkeit derzeit einen erheblichen Schutz gegenüber dem Anreissen von Lawinen. Die meisten Stämme und Wurzelteller erreichten zwar keine Wirkhöhen welche über der Sollhöhe (1.5 x Schneehöhe) lagen, jedoch waren die Maximal-höhen aller Wurzelteller höher als die maximale Schneehöhe eines 30-jährlichenen Ereignisses. Flä-chenmässig waren nur 1/3 der Rauigkeitselemente grösser als die Schneehöhe. Diese waren jedoch gut im Perimeter verteilt, sodass nicht viele Lücken vorhanden waren. Da der Wald schon vor dem Windwurf von offener Struktur war, können diese Lücken nicht alle auf den Sturm Vaia zurückgeführt werden. Somit kann gesagt werden, dass die Lawinenschutzwirkung vorerst keine grossen Einbussen durch den Sturm Vaia erlitten hat. Für eine möglichst nachhaltige Schutzwirkung gegen Lawinenanrisse ist das liegende Totholz von entscheidender Bedeutung. Wie erwähnt, ist einerseits die Oberflächenrauigkeit für die jetzige Schutzwirkung verantwortlich. Anderseits kann das Totholz ab einem gewissen Vermoderungsgrad ein ideales Substrat für die Verjüngung bieten. Die Regeneration des Waldbestandes auf der Fläche ist für eine möglichst lückenlose Schutzwirkung von entscheidender Bedeutung. Daher wird vom Räumen des Totholzes dringend abgeraten und eine gezielte Bepflanzung vorgeschlagen.
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/19258
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Departement: Life Sciences and Facility Management
Appears in Collections:Bachelorarbeiten Umweltingenieurwesen

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