Title: Prävention von Antibiotika-Resistenzen : was Diskurslinguistik hierzu leisten kann
Authors : Stücheli-Herlach, Peter
Borghoff, Birgitta
et. al : No
Conference details: Tagung DFG-­‐Netzwerk >Linguistik und Medizin<, Paderborn, 27.-29. März 2019
Issue Date: 27-Mar-2019
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Type of review: Peer review (Abstract)
Language : German
Subjects : Diskurs; Diskurslinguistik; Diskursanalyse; Computerlinguistik; Korpusanalyse; Antibiotikaresistenz; Gesundheit; Prävention; Organisationskommunikation; Gesundheitskommunikation; Public storytelling; Governance; Topic modeling; Konkurrenz
Subject (DDC) : 401.4: Lexicology and terminology
Abstract: In der Domäne öffentlicher Gesundheitsprävention (Rosenbrock&Gerlinger, Kap. 2.1.1) manifestieren sich in besonderem Masse die kommunikativen Spannungsfelder, denen Governance-Praktiken in der modernen Öffentlichkeit zwangsläufig ausgesetzt sind: Dazu gehören Spannungsfelder zwischen unterschiedlichen Perspektiven der Wahrnehmung und Bewertung von Problemlagen, solche zwischen verschiedenen Kriterien der Validierung von Wissen sowie solche zwischen verschiedenen Prozeduren der Problemlösung (Stirling, S. 269). Unser Beitrag beleuchtet solche Spannungsfelder im Spiegel der linguistischen, korpusbasierten Diskursanalyse (Spitzmüller&Warnke; Bubenhofer b). Er fusst auf einem Forschungsprojekt im Auftrag der Schweizerischen Gesundheitsbehörden, das zwischen 2017 und 2018 durchgeführt wurde und sich auf ein umfangreiches digitales Textkorpus abstützen konnte (Stücheli-Herlach&Borghoff, S. 2; S. 5-6). Die linguistische Diskursanalyse fragt dabei nach der sprachlichen Formation von Praktiken der Koalitionsbildung zwischen Akteuren unter den erwähnten Spannungen (Hajer) sowie nach Kontroversen zwischen diesen Akteuren (Dascal). Die fraglichen Formationen lassen sich massgeblich anhand rekursiver Muster des Sprachgebrauchs im Korpus erschliessen (Bubenhofer a). Im erwähnten Forschungsprojekt gelang es, ein Textkorpus zu bilden und diskursanalytische Methoden so zu kombinieren, dass die Frage nach Diskurskoalitionen und -kontroversen bearbeitet und auch beantwortet werden konnte. Konkret ging es um die schweizerische „Strategie Antibiotika-Resistenz StAR“. Den Antibiotika- und Antibiotika-Resistenz-Diskurs untersuchten wir anhand eines Korpus aus 133 Webquellen mit 1,9 Mio. Einzeltexten und 839 Mio. Wörtern. Die Korpus-Bildung führte zu Erkenntnissen über die Dispositive des Diskursbereichs (funktionale Akteurstypen und -quellen, s. Bührmann&Schneider). Quantitative Analysen zeigten, dass im Untersuchungszeitraum keine akteursübergreifende Koalition existierte, die für eine sprachliche Formation des Präventionsdiskurses betreffend die Antibiotikaresistenzen hätte sorgen können. Basierend auf Frequenz- und Kookkurrenz-Analysen von Schlüsselwörtern sowie der statistischen Ermittlung diskurstypischer Texte konnten jedoch Koalitionen und Kontroversen hinsichtlich spezifischer Subthemen identifiziert werden. Dazu gehören lebensrettende bzw. wirkungslose Charakteristiken von Antibiotika sowie der Patientenschutz vor und Massnahmen gegen die Resistenzen gegen Antibiotika. Das Verfahren für diese Untersuchung umfasste eine qualitative, narratologische Analyse von Kookkurrenz-Profilen im Sinne einer Rekonstruktion „öffentlicher Erzählungen“ (Arnold et al.; Bubenhofer b; Perrin&Wyss; Ziem) und entsprechender Kontroversen. Die Ergebnisse erlauben Rückschlüsse darauf, wie Diskursakteure mit den erwähnten Governance-Problematiken umgehen.
Departement: Applied Linguistics
Organisational Unit: Institute of Applied Media Studies (IAM)
Institute of Language Competence (ILC)
Publication type: Conference Other
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/18111
Published as part of the ZHAW project : Diskursanalyse Antibiotikaresistenzen (Deutscher Sprachgebrauch)
Diskursanalyse Antibiotikaresistenzen (Französischer Sprachgebrauch)
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