Titel: Netznutzungstarife im Zielkonflikt : Anreize für den Ausbau erneuerbarer Energien versus Verursachergerechtigkeit
Autor/-in: Ulli-Beer, Silvia
Hettich, Peter
Kratz, Brigitta
Walther, Simone
Kubli, Merla
Krause, Thilo
Kobe, Carmen
Erscheinungsdatum: 2016
Lizenz (gemäss Verlagsvertrag): Lizenz gemäss Verlagsvertrag
Reihe: SCCER CREST White Paper
Reihenzählung: 2
Sprache: Deutsch
Schlagwörter: Finanzierung; Verteilnetz; Zielkonflikt; Netznutzungstarife
Fachgebiet (DDC): 333.7: Landflächen, Erholungsgebiete und Energie
Zusammenfassung: Netznutzungsgebühren dienen der Deckung der Kosten für Aufbau und Erhalt des Stromnetzes. Mit zunehmender Zahl privater PV-Anlagen und Eigenverbrauchslösungen ist die Verteilung dieser Kosten auf die Endkunden nach dem heutigen Tarifmodell aber nicht mehr verursachergerecht. Dementsprechend wird in der Schweiz, wie auch in anderen Ländern, eine Änderung des Tarifmodells erwogen. Hierbei entsteht ein Zielkonflikt: Einerseits leistet das heutige Tarifmodell einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit privater PV-Anlagen mit Eigenverbrauch und damit zur Erreichung der Ausbauziele der Energiestrategie 2050. Andererseits ist eine solche Abweichung von verursachergerechten Netznutzungsgebühren problematisch, weil sie eine Quersubventionierung von privaten PV-Nutzern durch die anderen Stromkunden verursacht und Fehlanreize für Investitionen in Netzinfrastruktur und Speicher setzt. Die diesem White Paper zugrunde liegenden Studien und Daten zeigen, dass mit dem derzeitigen Tarifmodell zwar eine Quersubventionierung vorliegt, deren Umfang in den kommenden Jahren aber überschaubar bleiben dürfte. Dementsprechend liegt mittelfristig vor allem ein Konflikt zwischen dem Ziel des Ausbaus privater PV-Anlagen und dem Ziel des Aufbaus einer effizienten dezentralen Netz- und Speicher-Infrastruktur vor. Beide Aspekte sind wesentlich. Denn die Ausbauziele der Schweiz für erneuerbare Energien sind ambitioniert und nur mit privaten PV-Anlagen realisierbar. Und die Entwicklung der nächsten Jahre in den Bereichen Netze und Speicher kann zu einem mehr oder weniger dezentralen Energiesystem führen. Deshalb können Fehlanreize in diesem Zeitraum leicht zum Aufbau einer ineffizienten Infrastruktur führen. Für beide Aspekte liegt aber noch zu wenig belastbare Evidenz vor, um die Auswirkungen verschiedener Tarifmodelle sicher abschätzen zu können. Daher scheinen folgende Aspekte für die kommenden Jahre zentral: a) Die heutige Diskussion um die Quersubventionierung sollte vermehrt auf den Zielkonflikt zwischen Anreizen für den Ausbau erneuerbarer Energien und Anreizen für effiziente Infrastruktur fokussieren. b) Es sollten Handlungsspielräume für Alternativen zu den heutigen ausschliesslich am Strombezug orientierten Tarifen geschaffen werden, damit neue Ansätze für die Lösung des Zielkonflikts entstehen können. c) Auf regionaler oder kantonaler Ebene könnten neue Ansätze erarbeitet und erprobt werden, die für die Gesetz gebung die notwendige Evidenz zu Auswirkungen alternativer Tarifmodelle liefern.
Departement: School of Engineering
Organisationseinheit: Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE)
Publikationstyp: Weiteres (textuelles Material)
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/15836
Publiziert im Rahmen des ZHAW-Projekts: SCCER CREST
Enthalten in den Sammlungen:Publikationen School of Engineering

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