Please use this identifier to cite or link to this item: https://doi.org/10.21256/zhaw-25262
Publication type: Bachelor thesis
Title: Bisamratte und Nutria in der Schweiz : Verbreitung und Management in verschiedenen Kantonen
Authors: Egli, Annina
Advisors / Reviewers: Graf, Roland Felix
Ineichen, Stefan
DOI: 10.21256/zhaw-25262
Extent: 90
Issue Date: 2022
Publisher / Ed. Institution: ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Publisher / Ed. Institution: Winterthur
Language: German
Subjects: Beschreibung Lebensraum; Bisamratte; Chriesbach; Dürrbach; Glatt; Myocastor coypus; Nutria; Ondatra zibethicus
Subject (DDC): 590: Animals (Zoology)
Abstract: Die schnell fortschreitende Globalisierung und die vereinfachten Reisemöglichkeiten in andere Länder führen dazu, dass Tiere und Pflanzen durch absichtliche oder unabsichtliche Hilfe des Menschen in Gebiete einwandern können, welche sie aus eigener Kraft nie erreicht hätten. Solche Pflanzen und Tiere werden als Neobiota bezeichnet. Einige dieser Arten können zu Problemen führen, indem sie die einheimische Biodiversität gefährden oder wirtschaftliche Schäden verursachen. In der Schweiz werden Bisamratte und Nutria als solche Problemarten aufgeführt. Das Ziel dieser Arbeit ist es, generell eine Übersicht über das schweizweite Management von Bisamratte und Nutria zu erstellen und speziell die Eigenschaften der Lebensräume der Bisamratte im Kanton Zürich zu beschreiben. Dazu wurden die Kantone zum Umgang mit diesen beiden Arten befragt und die Antworten ausgewertet. Weiter wurden anhand schweizweit gemeldeter Sichtungen und eigener Beobachtungen im Kanton Zürich an zwei Abschnitten der Glatt (Glatt I, Glatt II), dem Chriesbach und dem Dürrbach die Lebensräume der Bisamratte beschrieben. Die Umfrage zeigte, dass in der Schweiz keine flächendeckende Bekämpfung stattfindet, sondern vor allem punktuelle Eingriffe an gefährdeten Standorten erfolgen. Die wenigen Schäden und tiefen Kosten sprechen dafür, dass diese Massnahmen gut an die aktuellen Bedingungen in der Schweiz angepasst sind. Bei der Bekämpfung von Bisamratte und Nutria und der Sammlung von Sichtungen scheint bisher jedoch ein landesweit koordiniertes Vorgehen zu fehlen. Bezüglich der Lebens-räume in der Schweiz deutet die Auswertung darauf hin, dass Bisamratten Fliessgewässer den stehenden Gewässern vorziehen. Ein Grund dafür könnte die stärkere Verbauung der Seeufer im Vergleich zu den Fliessgewässern sein. Die eigenen Beobachtungen entlang von Fliessgewässern im Kanton Zürich zwischen Februar und Mai 2021 führten zu 25 Sichtungen mit 28 Bisamratten und identifizierten sieben Baue. An den beiden Flussabschnitten Glatt II und Chriesbach wurden die meisten Sichtungen verzeichnet. Die berechnete Auftretenswahrscheinlichkeit (occupancy estimate) an diesen beiden Standorten beträgt 63 % (Glatt II) und 80 % (Chriesbach). Die Resultate der Arbeit zeigen, dass die Bisamratte betreffend ihrer Lebensraumwahl sehr anpassungsfähig ist. Auch stark beeinträchtigte Gewässer mit starker bis überwiegender Böschungsverbauung werden von der Bisamratte besiedelt. Die eigene Beobachtung, dass drei von sieben Eingängen der identifizierten Baue über statt, wie üblich, unter dem Wasserspiegel liegen, könnte auf eine Anpassung an die verbauten Böschungen hinweisen. Betreffend Breite der Gewässersohle, Breite der Ufer und der Wassertiefe scheinen die Bisamratten keine Vorlieben zu zeigen, da sich diese Parameter an den Flussabschnitten mit Sichtungen stark unterscheiden. Auch mögliche Störung wie Passanten, Hunde oder Autobahnlärm scheinen eine Besiedlung durch die Bisamratte nicht zu verhindern. Die Untersuchungen der Vegetation in den von Bisamratten bewohnten Lebensräumen und die Beobachtungen weisen darauf hin, dass die Bisamratte auch betreffend ihrer Nahrungsauswahl sehr anpassungsfähig ist. Mit den gesammelten Daten konnten keine Eigenschaften identifiziert werden, welche von den Bisamratten in ihren Lebensräumen bevorzugt gewählt werden. Detailliertere Untersuchungen der einzelnen Parameter werden als notwendig betrachtet. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bisamratten sehr anpassungsfähig sind und keine speziellen Eigenschaften in ihren Lebensräumen bevorzugen. Dies legt die Vermutung nahe, dass sie sich auch in Zukunft in der Schweiz ausbreiten werden. Diese Entwicklung ist zu überwachen und das Management dieser gebietsfremden Art ist laufend an die Situation anzupassen.
Rapidly advancing globalisation and a simpler way to travel to other countries cause animals and plants, with the deliberate or unintentional help of humans, to migrate to areas they would never have reached on their own. Such plants and animals are called neobiota. Some of these species can cause problems by threatening the native biodiversity or causing economic losses. In Switzerland, muskrat and coypu are listed as such problem species. The aim of this work is to give a general overview on the management of muskrat and coypu throughout Switzerland and specifically to describe the characteristics of muskrat habitats in the canton of Zurich. For this purpose, the cantons were interrogated about the management of these two species and the answers were evaluated. Furthermore, the habitats of muskrat were described based on nationally reported sightings and own observations in the canton of Zurich on two sections of the Glatt (Glatt I, Glatt II), the Chriesbach and the Dürrbach. The survey showed that there is no nationwide control in Switzerland, but mainly selective interventions at endangered sites. The low level of damages and low costs indicate that this type of management is suitable to the current conditions in Switzerland. However, there seems to be a lack of a nationally coordinated approach to the control of muskrat and coypu and the collection of sightings. Concerning the habitats in Switzerland, the evaluation indicates that muskrat prefer running to stagnant waters. One reason for this could be the more heavily obstructed lakeshores in comparison to the riverbanks. The own observations on rivers in the canton of Zurich between February and May 2021 resulted in 25 sightings of 28 muskrats and identified seven burrows. Most of the muskrats were sighted on the two river sections Glatt II and Chriesbach. The calculated occupancy estimate at these two sections is 63 % (Glatt II) and 80 % (Chriesbach). The results of this study show that the muskrat is very adaptable in its choice of habitat. Even heavily impaired rivers with strong to predominant embankment construction are colonised by muskrats. The observation that three out of seven entrances of the identified burrows are above the water level instead of below, as is usually the case, could indicate an adaptation to the embankment obstructions. The muskrats do not seem to show any preferences about the width of the riverbed, the width of the banks and the water depth, as these parameters differ greatly in the river sections with sightings. Even possible disturbances such as pedestrians, dogs or motorway noise do not seem to prevent colonisation by the muskrat. Studying the vegetation in muskrat habitats and observations made indicate that the muskrat is also very adaptable about its food selection. With the collected data, it was not possible to identify any habitat characteristics preferred by muskrats. More detailed studies of the individual parameters are considered necessary. In summary, muskrats are very adaptable and do not prefer any specific features in their habitats. This suggests that they will continue to spread in Switzerland in the future. This development must be monitored, and the management of this invasive species must be continuously adapted to the situation.
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/25262
License (according to publishing contract): CC BY 4.0: Attribution 4.0 International
Departement: Life Sciences and Facility Management
Appears in collections:Bachelorarbeiten Umweltingenieurwesen

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