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dc.contributor.authorGrylka, Susanne-
dc.contributor.authorJoliat, Anouk-
dc.contributor.authorZsindely, Piroska-
dc.date.accessioned2021-02-04T13:34:13Z-
dc.date.available2021-02-04T13:34:13Z-
dc.date.issued2021-01-31-
dc.identifier.urihttps://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/21561-
dc.description.abstractHintergrund: Die ambulante Wochenbettbetreuung durch freipraktizierende Hebammen ist ein niederschwelliges Betreuungsangebot für die erste Zeit zu Hause nach einer Geburt und ist ein wichtiges Glied in der Versorgungskette. Sie ist Teil der Thurgauer Angebote der Frühen Förderung «Guter Start ins Kinderleben» (https://guter-start-ins-kinderleben.tg.ch/). Der Verein Thurgauer Hebammen nahm 2016 eine Vermittlungshotline in Betrieb, die Thurgauer Wöchnerinnen, die bis zur Geburt noch keine Hebamme gesucht oder gefunden haben, unkompliziert eine solche organisiert. Die Leistungen des Vereins und der Nutzen des Angebots für die Stakeholder/-innen wurden bisher nicht untersucht. Deshalb wurden in einer externen Evaluation folgende Aspekte beurteilt und Verbesserungspotential ausgearbeitet: 1) Leistungen der Vermittlungshotline und Charakteristika der vermittelten Frauen, 2) Nutzen, Chancen und Herausforderungen der Vermittlungshotline für die Hebammen und 3) Nutzen, Chancen und Herausforderungen der Vermittlungshotline für die Interessensvertreter/-innen, u.a. die Geldgeber/-innen (Gemeinden, Spitäler), die Politik und das Spitalpersonal. Methode: Aufgrund der unterschiedlichen Ziele beinhaltete die Evaluation drei Teilstudien, die sich methodisch unterschieden: 1) von 192 der 240 zwischen dem 01.09.2019 bis 31.08.2020 vermittelten Wöchnerinnen (80.0%) wurden mittels eines Online-Fragebogens zusätzliche soziodemografische und perinatale Daten sowie Betreuungsaspekte erhoben 2) Online-Umfrage mit 41 von 45 in der Vermittlungshotline tätigen Hebammen (Rücklaufquote 91.1%) und 3) Einzel- und Gruppeninterviews mit insgesamt 15 Stakeholder/-innen. Die quantitativen Daten wurden deskriptiv mit den Statistikprogrammen R 4.0.3 und Stata 15 analysiert. Die Interviews wurden transkribiert und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Hauptergebnisse: Insgesamt 81.8% der vermittelten Frauen waren ausländischer Nationalität. Insbesondere der Anteil Wöchnerinnen mit Migrationshintergrund der ersten Generation war mit 60.0% hoch. Zudem hatten 30.7% der Frauen keine abgeschlossene Berufsausbildung. Von der Unterstützung einer Wochenbettbetreuung profitierten besonders die sozial belasteten Familien. Die Einstellung der Hebammen zum Aufbau der Vermittlungshotline war mit durchschnittlich 3.8 von 4.0 möglichen Punkten auf der adaptierten deutschen Version der «Change Attitude Scale» sehr positiv. Zwei Drittel der Hebammen (66.7%) besuchten die über die Hotline vermittelten Frauen gleich häufig wie Frauen, die selbst eine Hebamme suchten; 23.1% hingegen etwas oder deutlich weniger häufig und 10.3% etwas oder deutlich häufiger. Die Länge der Besuche unterschied sich für die meisten Hebammen (79.5%) nicht von derjenigen von anderen Frauen. Nur rund ein Zehntel der Hebammen wendeten Assessmentinstrumente häufig oder systematisch an, obwohl 92.3% solche kannten. Die Berufszufriedenheit der Hebammen war mit einem Mittelwert von 1.3 Punkten auf einer Skala von -2 bis +2 im hebammenspezifischen Instrument von Turnbull et al. (1995) hoch. Als belastend wurden die Hotlinedienste empfunden, vor allem, wenn mehrere Telefonate notwendig waren, bis eine Hebamme gefunden werden konnte. Die Aussagen der Stakeholderinterviews wurden in vier Hauptthemen mit jeweils mehreren Unterthemen zusammengefasst: die «Professionalisierung der Hebammen», die «Versorgung im Netzwerk», der «Nutzen für die Stakeholder/-innen» und «Frau und Familie». Die Interessensvertreter/-innen schätzten das Ansehen der Vermittlungshotline als hoch ein und begrüssten die Professionalisierung der Hebammen. Die Vermittlungshotline ist ein wichtiges Glied in der Versorgungskette und ermöglicht, dass möglichst alle Familien nach einer Geburt niederschwellig weiterbegleitet werden können. Das Schnittstellenmanagement zum Spital funktioniert einwandfrei, dasjenige zur Mütter- und Väterberatung hingegen scheint von den involvierten Personen auf beiden Seiten abhängig zu sein. Dank den unkomplizierten Vermittlungen ist das Spitalpersonal zeitlich und emotional entlastet. Diskussion und Empfehlungen: Die soziodemografischen Daten der vermittelten Frauen zeigten eindrücklich, dass die Hotline das Erreichen von sozial belasteten Familien ermöglicht. Die freipraktizierenden Hebammen und die Stakeholder/-innen anerkennen den Nutzen des Angebotes, das unbedingt aufrecht-erhalten werden sollte. Verbesserungs- und Weiterentwicklungspotential werden im Schnittstellenmanagement mit der Mütter- und Väterberatung, in der Prüfung der Nutzung von elektronischen Hilfsmitteln für die Vermittlung der Frauen und von Anmeldemöglichkeiten während der Schwangerschaft sowie in Fortbildungen zu den Assessmentinstrument von «Guter Start ins Kinderleben» erkannt. Die Vermittlungshotline der Thurgauer Hebammen wird als etabliertes Angebot anerkannt, das nicht mehr wegzudenken ist. Damit ist der ländliche Kanton Thurgau einigen Schweizer Städten einen grossen Schritt voraus.de_CH
dc.format.extent45de_CH
dc.language.isodede_CH
dc.publisherVerein Thurgauer Hebammende_CH
dc.rightsLicence according to publishing contractde_CH
dc.subjectHebammede_CH
dc.subjectHebammennetzwerkde_CH
dc.subjectWochenbettbetreuungde_CH
dc.subjectPsychosozial belastete Familiende_CH
dc.subjectFrühe Förderungde_CH
dc.subject.ddc618: Geburtsmedizin und Hebammenarbeitde_CH
dc.titleEvaluation der Vermittlungshotline der Thurgauer Hebammen : Abschlussberichtde_CH
dc.typeWorking Paper – Gutachten – Studiede_CH
dcterms.typeTextde_CH
zhaw.departementGesundheitde_CH
zhaw.organisationalunitInstitut für Hebammen (IHB)de_CH
zhaw.publisher.placeWinterthurde_CH
dc.identifier.doi10.21256/zhaw-21561-
zhaw.funding.euNode_CH
zhaw.originated.zhawYesde_CH
zhaw.webfeedFamilie und Aufwachsende_CH
zhaw.funding.zhawEvaluation Vermittlungshotline der Thurgauer Hebammende_CH
zhaw.author.additionalNode_CH
zhaw.display.portraitYesde_CH
Appears in collections:Publikationen Gesundheit

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