Publication type: Conference other
Type of review: Not specified
Title: Wohnen trotz(t) Lärm?! : Lebensqualität und Bewältigungsstrategien Betroffener in lärmbelasteten Wohnlagen
Authors: Kaschlik, Anke
Jossi, Martial
et. al: No
Proceedings: Book of Abstracts : INUAS Conference 2019: Housing under PressureDynamics Between Centers and Peripheries
Pages: 64
Conference details: Wohnen unter Druck. Dynamiken zwischen Zentren und Peripherien, INUAS-Konferenzreihe - Urbane Transformationen: Wohnen | Ressourcen | Öffentliche Räume, 4.-6.11 2019, FH Campus Wien
Issue Date: 2019
Publisher / Ed. Institution: FH Campus Wien
ISBN: 978-3-902614-55-1
Language: German
Subject (DDC): 362: Health and social services
Abstract: Der Lärmschutz geniesst nicht zu Recht hohe Aufmerksamkeit. Schon seit längerer Zeit gibt es eine Vielzahl von Untersuchungen zu gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm (vgl. z.B. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft CH 2002 Zurechnung von lärmbedingten Gesundheitsschäden auf den Strassenverkehr). Die Lärmschutzverordnung schreibt Massnahmen an der Quelle (Temporeduktion, geräuscharme Strassenbeläge u.a.) erste Priorität zu. Deren Wirksamkeit ist vielfach belegt; verhältnismässig geringe Kosten bei hohem Nutzen hat eine Temporeduktion (vgl. z.B. Umweltbundesamt D 2010: Wirkungen von Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen; Stadt Zürich 2012: Strassenlärmsanierung durch Geschwindigkeitsreduktion). Trotzdem scheitert die Umsetzung dieser Maßnahmen oftmals an der politischen Durchsetzbarkeit. Überwiegend passive Lärmschutzmassnahmen (Schallschutzwände, isolierende Fenster u.a.) gibt es seit den 1930er Jahren. Zuletzt wurden in der Schweiz mit dem Bundesgerichtsurteil von 2016 zur so genannten Lüftungsfensterpraxis die entsprechenden Vorschriften weiter verschärft: Seither müssen die Immissionsgrenzwerte am offenen Fenster aller Wohn- und Schlafräume eingehalten werden. Die dadurch aufgeworfenen Fragen für Architektur und Städtebau sind in Teilen aufgearbeitet, wie beispielsweise im Leitfaden des Kantons Zürich von 2018 «Gute Wohnqualität mit städtebaulich verträglichem Lärmschutz», der unterschiedlichste Massnahmen der Lärmreduktion und die Auswirkungen auf die Wohnqualität beleuchtet. Selbstverständlich sind hier weitere insbesondere technische Verbesserungen u.a. durch Materialentwicklungen zu erwarten. Auch sind längst nicht alle gestalterischen Mittel ausgeschöpft. Vor allem aber finden die Anliegen und Bedürfnisse der betroffenen Personen an lärmbelasteten Wohnlagen kaum Berücksichtigung, bzw. liegen über deren Bedarfe, Bedürfnisse und Wünsche auf der einen Seite und über die Coping-Strategien zum Umgang mit dem lärmbelasteten Wohnumfeld kaum gesicherte Erkenntnisse vor. Planung und Entwicklung fusst (fast) ausschliesslich auf Expertenmeinungen. So gibt es kaum Erkenntnisse darüber, 1. ob diese Vorschriften überhaupt den Bedürfnissen der Personen, die an lärmbelasteten Wohnlagen zu Hause sind, gerecht werden. 2. ob und in wie weit die neuen Vorschriften ein Hindernis für Nachbarschafts- und Quartiersentwicklung sind, z.B. weil sie die Abschottung des Innenraums gegen aussen (insbesondere den Strassenraum) verstärken. Zudem fehlen Aussagen 3. darüber, welchen Stellenwert die Lärmbelastung innerhalb der sonstigen Herausforderungen für die Lebensbewältigung überhaupt einnimmt. Aus dem Blickwinkel der Stadtentwicklung stehen Fragen im Mittelpunkt, wie: Stehen die neuen Lärmschutzrichtlinien im Konflikt mit dem Ziel, günstigen und guten Wohnraum zu erhalten bzw. zu fördern, indem Sanierungen ebenso wie Neubauten verteuert werden? Machen die Lärmschutzanforderungen damit nicht die Teilhabe am urbanen Leben für finanziell benachteiligte Haushalte zunehmend schwieriger/unmöglich? Was ist bei der Abwägung der Belange des Gesundheitsschutzes gegenüber Belangen des urbanen Wohnens zu beachten? Welche Kriterien können/sollten dafür eine Rolle spielen?
URI: https://www.inuas.org/wp-content/uploads/2019/11/BoA-INUAS-Conference-2019.pdf
https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/19105
Fulltext version: Published version
License (according to publishing contract): Licence according to publishing contract
Departement: Social Work
Organisational Unit: Institute of Diversity and Social Integration (IVGT)
Published as part of the ZHAW project: Integrativer Lebensraum trotz Lärm
Appears in collections:Publikationen Soziale Arbeit

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