Title: Alkoholkonsum während Schwangerschaft und Stillzeit : zwischen Abstinenznorm, Eigenwahrnehmung und sozialem Umfeld
Authors : Radu, Irina
Pehlke-Milde, Jessica
Gouilhers, Solène
Hammer, Raphaël
Meyer, Yvonne
et. al : No
Conference details: Drei-Länder-Kongress Gesundheits-und Medizinsoziologie 2019: «Krankheit und Gesundheit im Lebensverlauf», Winterthur, 27. - 28. August 2019
Issue Date: 27-Aug-2019
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Type of review: Not specified
Language : German
Subjects : Sozialwissenschaft; Geburtsmedizin; Hebammenarbeit
Subject (DDC) : 618: Gynecology, obstetrics and midwifery
Abstract: Seit der Entdeckung des Fötalen Alkohol Syndroms (FAS) in den 70er Jahren, rückte der Alkoholkonsum schwangerer Frauen zunehmend in den Fokus der nationalen und internationalen Public Health Policies. Während FAS mit hohem Alkoholkonsum oder Rauschtrinken während der Schwangerschaft assoziiert ist, sind die Konsequenzen eines geringen bis moderaten Alkoholkonsums während der Schwangerschaft weniger eindeutig. Da mögliche Schäden jedoch nicht ausgeschlossen werden können, wird der Alkoholkonsum während der Schwangerschaft als Risiko betrachtet. In der Schweiz, wie in einer Mehrheit europäischer Länder, ist deshalb die offizielle Empfehlung für schwangere Frauen diejenige der Abstinenz. Untersuchungen zeigen jedoch, dass auf europäischer Ebene ca. 15% der Frauen weiterhin Alkohol während der Schwangerschaft konsumieren, eine Zahl die in der Schweiz auf ca. 20% geschätzt wird. Basierend auf einer soziokulturellen Perspektive des Risikobegriffs, untersuchen wir die Risikowahrnehmung werdender Eltern in Bezug auf den Alkoholkonsum während Schwangerschaft und Stillzeit. Dazu haben wir 46 Paare in der französisch-und deutschsprachigen Schweiz interviewt. Erste Ergebnisse zeigen, dass schwangere Frauen ihren Alkoholkonsum weitgehend reduzieren, dabei jedoch auf zwei unterschiedliche Strategien setzen: situatives Entscheiden, oder die Bestimmung einer Obergrenze des Alkoholkonsums. Letztere kann bei 0 (Abstinenz) oder mehr als 0 liegen (regelmässiger limitierter Konsum). Unabhängig von der gewählten Strategie wurde der Umgang mit Alkohol während der Schwangerschaft von den Frauen ambivalent erlebt. So wurde Abstinenz einerseits mit der Zufriedenheit, die Abstinenznorm eingehalten zu haben, in Verbindung gebracht und andererseits mit einem Gefühl sozialer Isolation. Die situative Entscheidung, oder der regelmässige und limitierte Konsum, wurden hingegen mit Schuldgefühlen assoziiert, die mit der Verletzung der Abstinenznorm zusammenhingen. Unsere Resultate zeigen somit, dass Alkoholkonsum während der Schwangerschaft nicht einfach der individuellen Entscheidung der schwangeren Frau obliegt, sondern sich in einem normativen Kontext abspielt, in dem die schwangere Frau ihre Risikowahrnehmungen mit denjenigen des Partners und des sozialen Umfelds immer wieder erneut verhandeln muss.
Departement: Health Professions
Organisational Unit: Institute of Midwifery (IHB)
Publication type: Conference other
URI: http://gessoz-kongress.ch/public/conferences/1/schedConfs/1/program-de_DE.pdf
https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/18611
Published as part of the ZHAW project : Paare und ihre Wahrnehmung des Alkoholkonsums während Schwangerschaft und Stillzeit: eine soziokulturelle Annäherung an ein „gewöhnliches Risiko“
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