Please use this identifier to cite or link to this item: https://doi.org/10.21256/zhaw-5546
Title: Falllast in der Sozialhilfe und deren Auswirkung auf die Ablösequote und Fallkosten : wissenschaftliche Begleitung eines Pilotprojekts in der Langzeitunterstützung der Sozialen Dienste der Stadt Winterthur (1.9.2015 - 28.2.2017)
Authors : Eser Davolio, Miryam
Strohmeier Navarro Smith, Rahel
Zwicky, Heinrich
Gehrig, Milena
Steiner, Isabelle
et. al : No
Extent : 29
Publisher / Ed. Institution : ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Publisher / Ed. Institution: Zürich
Issue Date: Nov-2017
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Language : German
Subjects : Falllast; Sozialhilfe; Sozialhilfekosten
Subject (DDC) : 362: Health and social services
Abstract: In den letzten Jahren ist die Falllast in der Sozialberatung der Stadt Winterthur stetig von rund 90 auf 124 (Stand Januar 15) bis143 Fälle (Stand März 17) pro Vollzeitstelle der sozialarbeiterischen Fallführung gestiegen. Die durchschnittliche Falllast der Winterthurer Langzeitberatung von 140 und mehr Fällen pro Sozialarbeitende ist als sehr hoch einzustufen. Die höheren Fallzahlen entstehen nicht allein durch einen verstärkten Zulauf zur Sozialhilfe, sondern vor allem durch geringere Ablösungszahlen, das heisst, dass Klientinnen und Klienten länger in der Sozialhilfe verbleiben. Hier stellt sich nun die Frage, ob die tiefe Ablösequote und die steigenden Fallkosten in Zusammenhang mit der hohen Falllast der Sozialarbeitenden stehen, welche über deutlich weniger Zeit für Beratung, Abklärungen etc. pro Fall verfügen im Vergleich zu andern Sozialdiensten. Nicht in der vorliegenden Studie untersucht werden externe Einflüsse wie die soziodemografische oder wirtschaftliche Entwicklung in der Region Winterthur oder Veränderungen der vorgelagerten Sozialsysteme. Um zu überprüfen, welche Auswirkungen eine Fallreduktion auf die Fallkosten und Ablösequote hat, wur-den im Rahmen des Sparprojekts Balance vom Gemeinderat (Budgetsitzung GGR Dezember 2014) drei zusätzliche Vollzeitstellen bewilligt. Die Sozialen Dienste der Stadt Winterthur beauftragten das Departement Soziale Arbeit der ZHAW mit der wissenschaftlichen Begleitung des Versuchs von September 2015 bis Februar 2017. Im Mai 2015 wurden drei bisherige Sozialarbeitende der Sozialberatung Winterthur aus-gelost, welche ab Sept. 15 – Feb. 17 die Experimentalgruppe bildeten. Diese drei Sozialarbeitenden hatten während der 18monatigen Versuchsphase eine maximale Falllast von 75 Fällen auf 100%, während die übrigen Sozialarbeitenden mit anfänglich 124 Fällen (Sept.15) bis 143 Fälle (Feb. 17) auf 100 Stellenprozenten arbeiteten. Die Experimentalgruppe gab einen Teil ihrer bisherigen Fälle nach Zufallsprinzip bei Start des Versuchs ab. Neue Fälle wurden ebenfalls nach Zufallsprinzip zugewiesen. Mit der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob sich der Einsatz von mehr sozialarbeiterischen Ressourcen ausbezahlt und ob mit einer tieferen Falllast Einsparungen bei den Sozialhilfekosten erreicht werden können. Die Studie vergleicht in der quantitativen Auswertung (statistische Berechnungen bzgl. Einsparungen und Ablösequote/Aktenanalyse/Online-Befragung) die Experimental- mit der Kontrollgruppe und vertieft im qualitativen Teil (regelmässige Einzel- und Gruppeninterviews mit Experimentalgruppe), wie die zusätzlichen Zeitressourcen eingesetzt wurden. Die Ergebnisse der quantitativen Analyse zeigen, dass die KlientInnen der Experimentalgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (alle restlichen KlientInnen) vermehrte Eigenleistungen, insbesondere durch höhere Einkommen im ersten Arbeitsmarkt sowie durch höhere Unterstützungsleistung Dritter (subsidiäre Leistungen4), erzielen. Wichtig zur Erreichung dieses Ergebnis war, wie die qualitative Auswertung zeigte, die kontinuierliche, zielgerichtete Fallarbeit: Die drei Sozialarbeitenden setzten die zusätzlichen Zeitressourcen für den Klientenkontakt ein, um sie enger zu begleiten. Unter der hohen Falllast hingegen war weniger Zeit pro Fall vorhanden und dazu kamen ständige „Notfallübungen“ bei dringenden Problemsituationen von KlientInnen, welche auf Kosten der kontinuierlichen Fallarbeit gingen, wie die Interviews mit den Sozialarbeitenden belegen. Betrachtet man die Ausgaben- und Einnahmeseite der Sozialhilfekosten, zeigt sich, dass die Sozialhilfeausgaben bzgl. Grundbedarf, Wohnkosten und Gesundheitskosten kaum Möglichkeiten für Einsparungen zulassen, dass aber die Einnahmeseite durch eine zeitnahe, intensivierte Fallarbeit, sowohl was Einkünfte aus dem ersten Arbeitsmarkt sowie Einnahmen durch Unterhaltsbeiträge, Sozialversicherungsbeiträge und Stipendien betrifft, positiv beeinflusst werden kann.
Departement: Social Work
Organisational Unit: Institute of Diversity and Social Integration (IVGT)
Publication type: Working paper – expertise – study
DOI : 10.21256/zhaw-5546
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/17708
Published as part of the ZHAW project : Fallbelastung in der Sozialhilfe und deren Auswirkung auf die Ablösequote
Appears in Collections:Publikationen Soziale Arbeit

Files in This Item:
File Description SizeFormat 
2017_ZHAW-Schlussbericht-Falllast-Sozialhilfe-Abloesequote-Fallkosten.pdf979.18 kBAdobe PDFThumbnail
View/Open


Items in DSpace are protected by copyright, with all rights reserved, unless otherwise indicated.