Publikationstyp: Dissertation
Titel: Nutzenpotential flexibler Prozesse
Autor/-in: Keller, Thomas
Betreuer/-in / Gutachter/-in: Schauer, Helmut
Riedl, Reinhard
Umfang: 206
Erscheinungsdatum: 2008
Verlag / Hrsg. Institution: Universität Zürich
Verlag / Hrsg. Institution: Zürich
Sprache: Deutsch
Fachgebiet (DDC): 658.4: Leitendes Management
Zusammenfassung: Reengineering bezeichnet die grundlegende Überarbeitung von Prozessen im Hinblick einer Verbesserung der Kosten, der Qualität und der benötigten Zeit. Eine einfache Automatisierung von bestehenden Prozessen wird diesem Konzept nicht gerecht und greift zu kurz, indem hauptsächlich der Faktor Zeit verbessert wird. Eine tiefgreifende Änderung in den Prozessen wird nicht erreicht. Wird hingegen eine Automatisierung im Anschluss eines Reengineerings durchgeführt, können im Allgemeinen grosse Optimierungspotentiale erschlossen werden. Automatisierung im herkömmlichen Sinne bedeutet die Festlegung von konkreten Prozessen in einer ausführbaren Form, welche dann beliebig instanziert werden können. Damit der unternehmerische Investitionsschutz einer solchen Lösung möglichst gross ist, muss der Kontext von solchen Prozessausführungen möglichst stabil und deterministisch sein und gehalten werden. Der bestimmende Kontext setzt sich aus einer technischen, befähigenden und einer unternehmerischen, strategisch-strukturellen Seite zusammen. Die Stabilität der technischen Seite hängt wesentlich von der Maturität der gewählten Lösung und des technologischen Fortschritts ab. Die unternehmerische Seite ist wesentlich komplexer. Vor dem Hintergrund einer globalen Vernetzung eines Unternehmens und dem damit einhergehenden intensiven Wettbewerb werden die unternehmerischen Randbedingungen einem kontinuierlichen Wandel unterliegen sein. Dieser Wandel führt dazu, dass automatisierte Prozesse den daraus resultierenden Nutzen nur eine beschränkte Zeit erbringen können. Eine kontinuierliche Anpassung der Prozesse wird die Folge sein. Auf Grund dieser Überlegungen kann die reine Automatisierung von Prozessen nicht das Ziel darstellen. Der Nachteil liegt in der Starrheit dieser Prozessausführungen. Einen Schritt, diesen Nachteil zu beheben, liegt in der Flexibilisierung von automatisierten Prozessen. Flexibilisierung bedeutet, dass abstrakte Prozessdefinitionen sich zur Laufzeit konfigurieren und sich so am momentan gültigen Kontext ausrichten können. Eine solche Lösung setzt jedoch einige Randbedingungen voraus. Diese umfassen einerseits die nötige technische Infrastruktur, welche heute noch nicht in der nötigen Maturität und Verbreitung zur Verfügung steht, andererseits aber auch eine adäquate unternehmerische Vision und ein entsprechendes unternehmerisches Leitbild. Die Umsetzung einer solchen Vision hat Auswirkungen auf die Strategie, die Kultur, die Organisation und die Wertschöpfung eines Unternehmens. Es stellt sich mitunter die Frage nach der Umsetzbarkeit einer solchen Lösung und dem Nutzen- und Kostenpotential, welches mit einer Umsetzung verbunden ist. Die Funktionsweise des Unternehmens wird massgeblich verändert werden. Der Schritt von automatisierten Prozessen hin zu flexiblen automatisierten Prozessen ist grösser einzuschätzen als der Schritt von manuellen hin zu automatisierten Prozessen. Das in dieser Arbeit vorgestellte Evaluationsframework versucht einen Raster zu definieren, mit welchem die oben skizzierten Fragen beantwortet werden können. Es umfasst die vier unternehmerischen Gestaltungselemente Strategie, Kultur, Organisation und Wertschöpfung sowie weitere technisch orientierte Gestaltungselemente. Eine zentrale Position nimmt dabei die Unternehmens-Semantik ein. Sie ist das Bindeglied zwischen einer technischen Umsetzung und der inhaltlichen Bedeutung der Prozessschritte. Sie stellt gleichzeitig auch die grösste unternehmerische Herausforderung dar, weil die gleiche Semantik unternehmensübergreifend angewendet werden muss. Durch die grossen Herausforderungen sowohl unternehmerischer wie auch technischer Natur wird es noch ein paar Jahre dauern, bis eine funktionierende flexible automatisierte Prozesslandschaft in einem grösseren unternehmensübergreifenden Kontext realisiert werden kann. Die besten Aussichten bestehen für Unternehmenskonglomerate, welche quasi intern eine solche Infrastruktur aufbauen könnten.
Weitere Angaben: Vorgelegt an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich zur Erlangung der Doktorwürde in Informatik.
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/16364
Lizenz (gemäss Verlagsvertrag): Lizenz gemäss Verlagsvertrag
Departement: School of Management and Law
Organisationseinheit: Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI)
Enthalten in den Sammlungen:Publikationen School of Management and Law

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