Title: Geld, Knappheit und Verschuldung im Jugendalter : zwischen finanzieller Abhängigkeit und Mündigkeit
Authors : Streuli, Elisa
Published in : Kinder- und Jugendhilfe in der Schweiz : Forschung und Diskurse
Pages : 333
Pages to: 366
Editors of the parent work: Maud Piller, Edith
Schnurr, Stefan
Publisher / Ed. Institution : Springer VS
Publisher / Ed. Institution: Wiesbaden
Issue Date: 2013
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Type of review: Editorial review
Language : German
Subjects : Forschung; Jugend; Schulsozialarbeit; Soziale Arbeit; Übergang; Jugendhilfe; Schuldenberatung; Jugendberatungsstelle; Budgetberatung
Subject (DDC) : 305: Social groups
370: Education
Abstract: Die Verschuldung Jugendlicher und junger Erwachsener erfährt seit einigen Jahren eine hohe mediale Aufmerksamkeit. Gemäss Schätzungen von Konsumentenstudien ist in der Schweiz ein Viertel bis ein Drittel der Jugendlichen verschuldet, und 80 Prozent der Verschuldeten haben vor ihrem 25. Altersjahr ihren ersten Kredit aufgenommen (Mach 2005). Eine Studie der Inkassofälle von Intrum Justitia zeigt, dass 18- bis 25-Jährige vor allem aufgrund von Forderungen im E-Commerce-Bereich verschuldet sind, und zwar mit einem Anteil, der zweieinhalbmal so hoch ist wie der Bevölkerungsanteil dieser Altersgruppe (Intrum Justitia 2011). Die Jugendberatungsstellen verzeichnen einen steigenden Bedarf an Budget- und Schuldenberatung, und zunehmend werden Jugendliche gepfändet oder betrieben. Im medialen und öffentlichen Diskurs gelten Jugendliche mit Schulden als kaufsüchtig, genussorientiert und verantwortungslos. Von der Werbung werden sie hingegen als mündige Gesellschaftsmitglieder angesprochen, die ein Recht auf Konsumgüter haben und diese mit fremdem Geld sofort, unkompliziert und einfach erwerben können (Feil 2003). Aus der Sicht von Sozialarbeitenden liegen die Verschuldungsgründe in einem zunehmend hedonistisch geprägten Lebensstil, der in Kombination mit steigender Arbeitslosigkeit zu einer prekären finanziellen Lage führt (Métrailler & Sidler 2005). Wie Elmar Lange in seiner empirischen Untersuchung in Deutschland feststellte, sind Verschuldete jedoch in ihrem Ausgabeverhalten durchaus rational. Verschuldung, so das Fazit des Autors, ist dementsprechend der Ausdruck eines mündigen und effizienten Umgangs mit Geld zur Optimierung des Gegenwartsnutzens (Lange 2004). Dieser Befund widerspricht der landläufigen Auffassung, dass Verschuldung an ein kaufsüchtiges Verhalten gekoppelt sei. Bei Jugendlichen ist eine Verschuldung durch ihre fragile Übergangssituation noch mehr als bei Erwachsenen immer mit der Unsicherheit verbunden, ob die Schuld zurückbezahlt werden kann oder nicht. Gleichzeitig ist das Handeln unter Unsicherheitsbedingungen konstitutiv für eine moderne Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Erklärungsangebote untersuchten wir mit einer eigenen empirischen Forschung den Umgang mit Geld und Knappheit in der Jugendphase. Dabei erhoben wir auch Verschuldungsursachen und -folgen und überprüften unsere Ergebnisse im Hinblick auf ihre Relevanz für die Jugendhilfe. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Aspekt der sozialen Ungleichheit. Die ausführliche Untersuchung liegt in Buchform vor (Streuli et al. 2008). In diesem Beitrag werden die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst, mit folgendem Aufbau: In Kapitel 2 wird die spezifische Bedeutung von Geld in der Jugendphase diskutiert, auf dieser Basis werden die Forschungsfragen formuliert. Kapitel 3 beinhaltet die methodischen Überlegungen, Kapitel 4 stellt die Ergebnisse aus der empirischen Untersuchung vor, und in Kapitel 5 werden Folgerungen und Implikationen für die Jugendhilfe abgeleitet.
Further description : Die Untersuchung wurde ermöglicht durch die Aktion DORE des Schweizerischen Nationalfonds, Gesuchsnummer 13DPD3-109531/1. Der ausführliche Bericht liegt als Buch vor (vgl. Streuli et al. 2008).
Departement: Angewandte Psychologie
Organisational Unit: Institute of Applied Psychology (IAP)
Publication type: Book Part
DOI : 10.1007/978-3-531-19061-7_13
10.1007/978-3-531-19061-7
ISBN: 978-3-531-19061-7
978-3-531-18459-3
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/9263
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