Title: Soziale Anerkennung in gewaltaffinen Peergroups Jugendlicher
Authors : Gabriel, Thomas
Published in : Das Soziale in der Pädagogik : Zürcher Festgabe für Reinhard Fatke
Pages : 285
Pages to: 295
Editors of the parent work: Oelkers, Jürgen
Grubenmann, Bettina
Publisher / Ed. Institution : Klinkhardt
Publisher / Ed. Institution: Bad Heilbrunn
Issue Date: 2009
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Type of review: Not specified
Language : German
Subjects : Jugendforschung; Sozialpädagogik; Gewalt; Peergroups
Subject (DDC) : 302: Social interaction
305: Social groups
361: Social work and welfare
Abstract: Die Sozialpädagogik wird im deutschen Sprachraum als Teildisziplin der Erziehungswissenschaft verstanden. Die Theoriedebatten innerhalb der Sozialpädagogik waren in den letzten Jahren meist dem Status dieser disziplinären Verortung gewidmet oder aber fragten nach dem „Pädagogischen“ innerhalb der Sozialpädagogik. Der vorliegende Band befasst sich demgegenüber mit dem „Sozialen“ in der Pädagogik. Dahinter steht die Idee, soziale Phänomene und Strukturen aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Pädagogik zu beziehen. Es soll also nicht primär um die professionelle Sozialpädagogik gehen, vielmehr sollen Spielarten und Gefühle, Theoriepositionen und Denkformen thematisiert werden, die mit dem „Sozialen“ zu tun haben. Dabei wird angenommen, dass nur der Plural zulässig ist. Oft ist das „Soziale“ in der Pädagogik nicht mehr als eine Formel für gerechten Ausgleich. Im vorliegenden Band wird aber gezeigt, dass eine Reduktion auf eine normative Lesart die weiteren Aspekte des „Sozialen“ ausblendet. Kapitel: Das Aufwachsen in Deutschland und der Schweiz zu Beginn des 21. Jahrhunderts zeichnet sich – vor dem Hintergrund der Auflösung einer eindeutigen Phasierung des Lebenslaufs (Deutsche Shell 2002, 2006) – strukturell durch eine Verkürzung der Kindheit und eine Verlängerung der Jugendphase aus, was neue Transitionsprozesse im Lebenslauf und im Lebenskontext mit sich bringt. Das mögliche Erfahrungsspektrum und die Lebenswelten von Jugendlichen sind heute vieldeutig, sehr breit gefächert, teilweise oppositionell und verlangen hohe Fähigkeiten und Kompetenzen bzgl. ihrer Strukturierung und Hierarchisierung: Anomie, Chaos, Unbestimmtheit, Kontingenz, Simulation, Gleichzeitigkeit und Hyperrealität sind Kräfte, die wesentlich die Struktur der Erfahrungen mitprägen (Kellner 1997). Jugendliche haben die Aufgabe, in einer unruhigen Umwelt eine innere Ordnung zu entwickeln und diese tagtäglich zu überprüfen. Fast überraschend zeigt aber die aktuelle Jugendforschung auf (Zinnecker et al. 2002; Deutsche Shell-Studie 2002 und 2006, Bieri/Forrer 2005; ch-x Werkstattbericht 2007), dass die Mehrheit der Jugendlichen auf die teilweise sehr widersprüchlichen Anforderungen, Potenziale und unsicheren Bedingungen ihrer Umwelten nicht anomisch, sondern mit einem sehr grossen Realitätssinn reagieren und diesen mit pragmatischen Einstellungen begegnen: Sie bewältigen ihren Alltag kompetent. Ein wichtiges Moment scheint darin zu bestehen, dass ein gesellschaftlich sehr grosser Raum für wähl- und abwählbare jugendliche Subkulturen (Büsser 1997), Lebensstile bzw. Freizeitszenen existiert, der Gelegenheit bietet, die eigene Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen und Anerkennung zu erfahren.
Departement: Soziale Arbeit
Organisational Unit: Institute of Childhood, Youth and Family (IKJF)
Publication type: Book Part
ISBN: 978-378-15169-5-3
978-378-15522-3-4
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/7967
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