Title: Narrativ konstruierte Mehrsystemrelevanz als Leitdifferenz des Journalismus
Authors : Wyss, Vinzenz
Conference details: Mediensymposium 2008: "Krise der Leuchttürme öffentlicher Kommunikation? Vergangenheit und Zukunft der Qualitätsmedien", 2008
Issue Date: 2008
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Type of review: Not specified
Language : German
Subjects : IAM Forschung
Subject (DDC) : 070: News media, journalism and publishing
Abstract: "Narrative Mehrsystemrelevanz" als Leitdifferenz des Qualitätsjournalismus Wenn von "Qualitätsmedien" die Rede ist, wird oft stillschweigend eine Qualität vorausgesetzt, die diesen Medien im Unterschied zu anderen journalistischen Erzeugnissen zugeschrieben werden kann. Trotz jahrzehntelanger publizistikwissenschaftlicher Qualitätsforschung bleiben jedoch entsprechende Konzeptionen zur journalistischen Qualität eher ohne theoretischen Gehalt. In letzter Zeit hat sogar die anwendungsorientierte Forschung die Führung des Qualitätsdiskurses übernommen. Diese will durch die Bereitstellung von Konzepten mittlerer Reichweite und entsprechenden methodischen Instrumentarien zur Lösung von Qualitäts(sicherungs)problemen einzelner Medienorganisationen wie z.B. öffentlichen Rundfunksendern beitragen (Weischenberg 2006: 12). Ohne Rückgriff auf theoretische Gesamtkonzeptionen wird nach Massstäben zur Lösung von Qualitätsproblemen und Standards gesucht. Diese Forschung erschöpft sich in der Messung der Qualität von Medienprodukten, wobei das Problem der theoretischen Begründung eines Kanons von Qualitätsstandards weitgehend umgangen wird. Ohne weitere Problematisierungen werden so etwa allgemeine professionelle Regeln wie Objektivität, Relevanz, Aktualität, Transparenz, Richtigkeit, Sachlichkeit, Fairness, Vielfalt oder Verständlichkeit in den Kanon aufgenommen (vgl. Fabris 2004: 400). Der hier vorgeschlagene Beitrag legt für den Roundtable 1 "Was sind Qualitätsmedien" einen theoretischen Entwurf vor, der zur theoretischen Bestimmung journalistischer Qualität auf die journalistische Leitdifferenz "narrative Mehrsystemrelevanz" zurückgreift. Unter Rückgriff auf eine systemtheoretische Konzeption von Journalismus wird somit die Basisfunktion des Journalismus, der Beitrag zur Selbstbeobachtung und Synchronisation von Gesellschaft, zum Referenzpunkt für die Herleitung eines journalistischen Qualitätsbegriffs. Als "Qualitätsmedien" würden dann solche Organisationen gelten, welche erwartbar, messbar und kontinuierlich zur Reproduktion der journalistischen Leitdifferenz "narrative Mehrsystemrelevanz" beitragen. Gut möglich, dass vor dem Hintergrund einer solchen systemtheoretischen Konzeption andere Medien als Qualitätsmedien bezeichnet werden müssten als diejenigen, die in einschlägigen Forschungsarbeiten pragmatisch als solche bezeichnet werden. Im vorgeschlagenen Beitrag wird zunächst a) vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Funktion des Journalismus dessen Leitdifferenz "narrative Mehrsystemrelevanz" herausgearbeitet, bevor dann b) unter Rückgriff auf diese Referenz journalistische Qualitätsdimensionen hergeleiteitet und der Narrativität als zentraler journalistischer Kommunikationsmodus besondere Beachtung geschenkt werden. In einem dritten Schritt wird c) danach gefragt, welche spezifischen Voraussetzungen (intersystemische) Organisationen genügen müssen, um entsprechende Problemlösungen hervorbringen zu können.
Departement: Angewandte Linguistik
Organisational Unit: Institute of Applied Media Studies (IAM)
Publication type: Conference Other
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/7646
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