Publikationstyp: Konferenz: Sonstiges
Art der Begutachtung: Keine Angabe
Titel: Journalistische Autonomie und Qualitätsmanagement : ein Widerspruch?
Autor/-in: Keel, Guido
Wyss, Vinzenz
Dingerkus, Filip
Angaben zur Konferenz: Tagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft Journalistik (DGPuK), Wilhelmshaven, Deutschland, 25.-27. Februar 2016
Erscheinungsdatum: 2016
Sprache: Deutsch
Schlagwörter: IAM Research
Fachgebiet (DDC): 070: Nachrichtenmedien, Journalismus und Verlagswesen
Zusammenfassung: Autonomie wird in der Journalismusforschung generell positiv gedeutet. Gemeint ist meist das möglichst starke Fernbleiben journalismusfremder Einflüsse auf journalistisches Handeln. „Journalismus soll autonom sein – unabhängig von der Macht, von der Wirtschaft, von der sozialen Stratifizierung und auch von einem Übermass an Subjektivität der Journalisten“ (Esposito 2008: 327). In der empirischen Journalismusforschung wird Autonomie weitgehend auf der Akteurs- und Organisationsebene unter dem Stichwort der „inneren Pressefreiheit“ diskutiert – durchaus unter Rückgriff auf ein systemtheoretisches Verständnis eines selbstreferenziellen Journalismus (Scholl/Weischenberg 1998: 147). Auf der empirischen Ebene wird untersucht, inwiefern Redakteure / Redaktionen gegenüber Verlagen/Sendern, sowie gegenüber politischen/ökonomischen Druckversuchen von aussen autonom handeln können (vgl. Scholl/Weischenberg 1998; Donsbach/Patterson 2002). So hat Hanitzsch bei starkem ökonomischem Einfluss seitens des Unternehmens „relatively little professional autonomy“ festgestellt (2011: 492). Dieser Beitrag zeigt unter Rückgriff auf Daten aus einer repräsentativen Schweizer Journalistenenquête (2015) mit 909 Journalisten aus vier Sprachregionen, inwiefern unabhängige Variablen (Medientyp, Professionalisierungsgrad, Alter, Sprachraum etc.) die Autonomiewahrnehmung einzelner Journalisten bestimmen.   Ein besonderes Ausgenmerk wird  hier auf den Einfluss innerredaktioneller Strukturen der Qualitätssicherung gerichtet. So kann angenommen werden, dass die konsequente Anwendung bestimmter Instrumente des Qualitätsmanagements (etwa Leitbilder, Ethik-Kodizes oder Accountability-Systeme sowie Formen des Qualitätsmanagements/Instrumente der Qualitätssicherung wie Briefing, Gegenlesen, Feedback-/Kritiksysteme; vgl. Wyss/Keel 2009; Wyss 2012) eine organisationale Verantwortungskultur stärkt (Jarren 2007: 141), die sich funktional auf die „innere Pressefreiheit“ auswirkt. Die statistische Analyse zeigt jedoch, dass die Autonomie in Redaktionen (Wahlfreiheit hinsichtlich Themen sowie journalistische Freiheit bei inhaltlichen Aspekten) mit ausgeprägten Strukturen der Qualitätssicherung als signifikant tiefer wahrgenommen wird, als wenn solche Verfahren fehlen). Dieser auf den ersten Blick ambivalente Befund kann durchaus so gedeutet werden, dass Strukturen der Qualitätssicherung zum einen den Autonomiespielraum des einzelnen Journalisten eingrenzen, zum anderen aber die Selbstreferenz und damit die Autonomie der Redaktion als Organisation gegenüber systemfremdem Einflüssen stärkt.
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/7644
Volltext Version: Publizierte Version
Lizenz (gemäss Verlagsvertrag): Lizenz gemäss Verlagsvertrag
Departement: Angewandte Linguistik
Organisationseinheit: Institut für Angewandte Medienwissenschaft (IAM)
Enthalten in den Sammlungen:Publikationen Angewandte Linguistik

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