Title: Ist Übersetzen in die Zweitsprache so ganz anders als Übersetzen in die Erstsprache?
Authors : Hunziker Heeb, Andrea
Conference details: Translata II, 2. Internationale Konferenz zur Translationswissenschaft "Translationswissenschaft und Translationspraxis", Innsbruck, 30.10.-1.11. 2014
Issue Date: 2014
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Type of review: Peer review (Abstract)
Language : German
Subjects : Translation effort; Directionality; Translation process research; Translation into a second language; Cognition; Professional translation
Subject (DDC) : 418.02: Translating and interpreting
Abstract: In weiten Teilen Westeuropas ist das Übersetzen in die Zweitsprache – also das Übersetzen aus der sogenannten Muttersprache in eine sogenannte Fremdsprache, oder L2-Übersetzen – mehr oder weniger verpönt. Diese Übersetzungspraxis gilt unter vielen Berufsleuten, AusbildnerInnen und ÜbersetzungswissenschaftlerInnen als unprofessionell und deshalb auch als nicht untersuchenswert (vgl. Kearns 2007). Im Kontrast dazu steht die grosse Nachfrage nach Übersetzungen vorab ins Englische, die gar nicht mit Englisch-L1-ÜbersetzerInnen gedeckt werden kann (vgl. DGT 2009). Zudem werden bei einer pauschalen Ablehnung des L2-Übersetzens mögliche Vorteile wie zum Beispiel das umfassende Verstehen des Ausgangstextes oder das adressatengerechte Übersetzen ins Englische für ein Zielpublikum, das Englisch ebenfalls als L2 nutzt, ignoriert. In der hier vorgestellten Studie im Rahmen meiner Doktorarbeit wird der Frage nachgegangen, worin denn Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem L2- und dem L1-Übersetzen bestehen. Ein Hauptaugenmerk wird dabei auf den kognitiven Aufwand gerichtet, der benötigt wird, um einen Zieltext zu verfassen. Denn landläufig gilt die Annahme, dass L2-Übersetzen kognitiv anstrengender sei als L1-Übersetzen. Um dies zu untersuchen wurden die Übersetzungsprozesse von zwei Gruppen von BerufsübersetzerInnen verglichen: die eine Gruppe übersetzt in beide Richtungen (Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch) und die andere ausschliesslich in ihre L1 (also entweder Deutsch-Englisch oder Englisch-Deutsch). Beide Gruppen schrieben im Usability-Labor der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften eine oder zwei kurze Übersetzungen am Computer. Softwareprogramme erfassten dabei alle  Tastaturanschläge und Mausaktivitäten sowie die Bildschirmaktivitäten. Die Auswertung dieser Daten liefert Hinweise zum benötigten kognitiven Aufwand für die Übersetzungsaufgabe. Dies fusst auf der naheliegenden Annahme, dass zwischen den beobachtbaren Handlungen der ÜbersetzerInnen und den stattfindenden kognitiven Prozessen ein Zusammenhang besteht (vgl. Muñoz Martín 2010).
Departement: Angewandte Linguistik
Organisational Unit: Institute of Translation and Interpreting (IUED)
Publication type: Conference Other
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/7333
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