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Title: Qualifikationsanforderungen an Onlinejournalisten : Eine Berufsfeldstudie
Authors : Wyss, Vinzenz
Zischek, Yves
Publisher / Ed. Institution : ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Publisher / Ed. Institution: Winterthur
Issue Date: 2004
Language : Deutsch / German
Subjects : Onlinejournalismus; Journalismus; Qualifikation; Neue Medien; Online Journalism; Journalism
Subject (DDC) : 070: Nachrichtenmedien, Journalismus, Verlagswesen
Abstract: Die Bilanz der vorliegenden Studie fällt ernüchternd aus. Die vorhandenen Arbeitsbedingungen im Online-Journalismus erlauben es kaum, dass dieser die ihm normativ zugewiesenen Leistungen erbringen kann. Zu sehr sind die Handlungsmöglichkeiten durch restriktive Ressourcenzuweisungen eingeschränkt. Diese "Sparflammenstrategie" lässt sich mit den meist unklaren Strategien begründen, die ohnehin die Gründung von Online-Redaktionen angeleitet haben. Hinter den Online-Angeboten der meisten Medienunternehmen lassen sich Strategien erkennen, die sich zugespitzt mit "Mit-dabei-Sein" oder als "Durchhalten-bis-die-andereneinknicken" charakterisiert werden können (Quandt 2002b: 103). Entsprechend fallen auch die Budgetzuweisungen für Aktivitäten im Online-Bereich aus. Allein zusätzliche Ressourcen können jedoch das Problem nicht lösen, dass sich der Online-Journalismus bisher nicht vom Strukturkontext des herkömmlichen Journalismus emanzipieren konnte. Unabhängig von der Frage, ob sich Online-Journalismus jenseits von Marketingüberlegungen überhaupt ökonomisch "rechnet", haben sich bislang auch kaum eigene onlinejournalismusspezifische Regeln im Sinne von qualitätsorientierten Deutungsmustern oder Normen herausbilden können. Dem Online-Journalismus zugeschriebene Qualitätsziele wie Interaktivität, Multimedialität, Aktualität oder Vernetzung können nur realisiert werden, wenn sie den Viabilitätserfordernissen interpretativer, moralischer, politischer und ökonomischer Ordnungen der Online-Medien-Organisationen zugleich entsprechen. Diesbezüglich kann festgestellt werden, dass bislang der Online-Journalismus vorwiegend mit Normenkonflikten zu kämpfen hat, da sich entsprechende spezifische Regelungen noch nicht systembildend durchgesetzt haben. In Bezug auf den Qualifizierungsbedarf im Online-Journalismus lässt sich daraus ableiten, dass Qualifizierungsstrategien primär auf der Ebene der Regelbildung anzusetzen haben. Wie die vorliegende Studie zeigt, sehen auch die befragten Online-Journalisten Kompetenzanforderungen stärker im journalistischen denn im technischen Bereich. Diesbezüglich unterscheiden sie sich nicht von herkömmlichen Journalisten. Soll sich aber der Online-Journalismus zu einem eigenen System herausbilden, ist eine fundamentale Auseinandersetzung und Verständigung über onlinespezifische Regeln unabdingbar. Auch die Ausbildungsanbieter wären gut beraten, hier statt bei der Ausbildung technischer und marketingbezogener Kompetenzen vor allem bei der Verständigung über spezifische Regeln anzusetzen. Schliesslich ist mit der vorliegenden Studie deutlich geworden, dass die Interpretation und Verständigung über onlinejournalismusspezifische Regeln nicht dem einzelnen Online-Journalisten und seiner persönliche Qualifizierungsstrategie überlassen werden kann. Die Herausbildung von Regeln und deren Umsetzung hat primär auf der organisationalen Ebene der Online-Redaktionen sowie der sie hervorbringenden Medienunternehmen anzusetzen.
Departement: Angewandte Linguistik
Organisational Unit: Institut für Angewandte Medienwissenschaft (IAM)
Publication type: Working Paper – Gutachten – Studie / Working Paper – Expertise – Study
DOI : 10.21256/zhaw-69
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/69
Appears in Collections:Working Papers Angewandte Linguistik

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