Please use this identifier to cite or link to this item: https://doi.org/10.21256/zhaw-31003
Publication type: Other (textual)
Title: Untersuchung der Lebensgemeinschaften von Kieselalgen im Kanalnetz der Talebene zwischen Brig und Gamsen (Brig-Glis) und in der Mündung des Kanals Grossen Grabens in die Rhône
Authors: Putallaz, Olivier
et. al: No
Advisors / Reviewers: Hürlimann, Joachim
DOI: 10.21256/zhaw-31003
Extent: 16
Issue Date: 2015
Publisher / Ed. Institution: ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Publisher / Ed. Institution: Winterthur
Language: German
Subject (DDC): 579: Microbiology
Abstract: Zwischen Brig und Gamsen stellt das Kanalsystem der Rhôneebene ein strukturell und ökologisch wertvolles Element der ehemaligen traditionellen Kulturlandschaft dar, welches heute durch anthropogene Faktoren wie den Verkehr und die Industrie vielen Verschmutzungsquellen unterlegen ist. Ein regelmässiges Monitoring der Gewässerqualität in Bezug auf stoffliche Auswirkungen würde, wo nötig Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen. Zu diesem Zweck stellt die Gruppe der Kieselalgen ein massgeschneidertes Instrument dar. Die Studie basiert auf acht Kieselalgenproben an Gewässerstellen in der Ebene zwischen Brig und Gamsen mit sehr unterschiedlichen lokalen Bedingungen in Bezug auf Gewässertyp, -grösse und -natürlichkeit. Insgesamt wurden 73 Arten beobachtet. Pro Probe traten zwischen 9 und 35 Arten auf mit einer durchschnittlichen Anzahl von 23 ± 8 Arten, eine für die Schweiz übliche Artenvielfalt. Eine Art konnte durchschnittlich nur bei zwei bis drei Standorten nachgewiesen werden, sodass die Artenzusammensetzung zwischen den Proben stark variiert. Damit kann die Hypothese, dass der Artenpool des Untersuchungsgebiets grösstenteils bei jeder Probe zu finden sei, deutlich abgelehnt werden. Durchschnittlich wurden nur etwa ein Viertel der Arten einer Probe auch in Proben flussaufwärts gefunden. Die übrigen Arten wurden entweder einzig bei der untersuchten Probe oder nur bei Proben flussaufwärts vorgefunden. Zwei benachbarte Stellen desselben Gewässers mit und ohne Abwassereinfluss weisen zudem kaum Ähnlichkeiten (Jaccard- und Renkonen-Indizes) in ihren Kieselalgenlebensgemeinschaften auf, während für unterschiedliche, naturnahe Gewässer Ähnlichkeitswerte über 60% erreicht wurden. Dies weist darauf hin, dass vom Artenpool flussaufwärts nur Arten mit passenden ökologischen Ansprüchen eine Stelle flussabwärts besiedeln können. Aus der Analyse ist ersichtlich, dass weder die Anzahl vorgefundener Arten noch die Temperaturen den DI-CH Wert erklären. Ein positiver signifikanter Zusammenhang zwischen der Leitfähigkeit und dem DI-CH-Wert könnte durch Einträge von Niederschlagswasser (Platzentwässerung), Abwasser (ARA), sowie durch Einsatz von Streusalz erklärt werden. An drei Stellen können die ökologischen Ziele gemäss Anhang I der Gewässerschutzverordnung (GSchV) hinsichtlich Kieselalgen teilweise nicht oder gar nicht eingehalten werden. Diese Standorte sind vermutlich von stark eutrophen oder verschmutzten Abgaben aus Platz- oder Industrieentwässerungen sowie ARA-Abgaben massiv beeinträchtigt. Weitere punktuelle Unfälle mit weiteren Chemikalien könnten dabei auch mitgespielt haben. Vor allem bei einem Kanal (Grosser Graben) streckt sich die Verschmutzung auf eine weitere Strecke. Bei den untersuchten Proben nimmt die Fragmentierung mit einem erhöhten DI-CH-Wert signifikant ab. Scheinbar spielt die Wasserverschmutzung keinen direkten Effekt auf diesen Parameter. Eine Hypothese könnte sein, dass die Proben mit einem hohen DI-CH-Wert im Schnitt viele kleine Formen enthalten, für welche eine Fragmentierung infolge Kleinheit unwahrscheinlicher ist. In einem von menschlichen Aktivitäten so stark beeinflussten Gebiet wären allgemein DI-CH-Analysen in Kombination mit punktuellen chemischen Standardanalysen zu empfehlen. Kieselalgenuntersuchungen machen nämlich punktuelle Verschmutzungen über längere Zeit sichtbar. Dies würde verhindern, dass kurzfristige Einflüsse übersehen werden und somit eine bessere Gewässerqualitätsbeurteilung ermöglichen.
Further description: Zertifikatsarbeit CAS in Phytobenthos – Wasserpflanzen und Algen (PWA)
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/31003
Fulltext version: Published version
License (according to publishing contract): CC BY 4.0: Attribution 4.0 International
Departement: Life Sciences and Facility Management
Appears in collections:CAS-Arbeiten Umwelt und Natürliche Ressourcen

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Putallaz, O. (2015). Untersuchung der Lebensgemeinschaften von Kieselalgen im Kanalnetz der Talebene zwischen Brig und Gamsen (Brig-Glis) und in der Mündung des Kanals Grossen Grabens in die Rhône. ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. https://doi.org/10.21256/zhaw-31003
Putallaz, O. (2015) Untersuchung der Lebensgemeinschaften von Kieselalgen im Kanalnetz der Talebene zwischen Brig und Gamsen (Brig-Glis) und in der Mündung des Kanals Grossen Grabens in die Rhône. Winterthur: ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Available at: https://doi.org/10.21256/zhaw-31003.
O. Putallaz, Untersuchung der Lebensgemeinschaften von Kieselalgen im Kanalnetz der Talebene zwischen Brig und Gamsen (Brig-Glis) und in der Mündung des Kanals Grossen Grabens in die Rhône. Winterthur: ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, 2015. doi: 10.21256/zhaw-31003.
PUTALLAZ, Olivier, 2015. Untersuchung der Lebensgemeinschaften von Kieselalgen im Kanalnetz der Talebene zwischen Brig und Gamsen (Brig-Glis) und in der Mündung des Kanals Grossen Grabens in die Rhône. Winterthur: ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Putallaz, Olivier. 2015. Untersuchung der Lebensgemeinschaften von Kieselalgen im Kanalnetz der Talebene zwischen Brig und Gamsen (Brig-Glis) und in der Mündung des Kanals Grossen Grabens in die Rhône. Winterthur: ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. https://doi.org/10.21256/zhaw-31003.
Putallaz, Olivier. Untersuchung der Lebensgemeinschaften von Kieselalgen im Kanalnetz der Talebene zwischen Brig und Gamsen (Brig-Glis) und in der Mündung des Kanals Grossen Grabens in die Rhône. ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, 2015, https://doi.org/10.21256/zhaw-31003.


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