Title: Grenzen der Satire in der täglichen Arbeit von Karikaturisten
Authors : Keel, Guido
Denzler, Christina
Conference details: Jahrestagung der Fachgruppe „Journalistik/Journalismusforschung“ der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationsforschung (DGPuK): Freiheit und Journalismus, Jade-Hochschule, Wilhelmshaven, Deutschland, 25.-27. Februar 2016
Issue Date: 2016
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Type of review: Not specified
Language : German
Subjects : Pressefreiheit; Satire; Karikaturisten
Subject (DDC) : 070: News media, journalism and publishing
700: The arts and entertainment
Abstract: Der Anschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo im Januar 2015 hat weltweit Diskussionen ausgelöst, in denen u.a. debattiert wurde, ob und inwiefern die Karikaturisten von Charlie Hebdo medienethische Grenzen überschritten. Die Zweifel und die Unsicherheit, was die Grenzen von Satire zu religiösen Themen, insbesondere zum Islam, betreffen, waren aber auch schon zuvor gross, beispielsweise nach der Veröffentlichung der umstrittenen Mohammend-Karikaturen in einer dänischen Zeitung (vgl. u.a. div. Beiträge in Debatin 2007; Henkel 2006; Knieper 2002: 232ff). Dieser Beitrag geht der Frage nach, wie Karikaturisten selbst Freiheiten und Grenzen bei ihrer Arbeit einschätzen und wahrnehmen. Insbesondere wird untersucht, welche Rahmenbedingungen die Arbeit von Karikaturisten einschränken, wo sie ihre eigenen Grenzen ziehen, welche Instanzen aus Sicht der Karikaturisten für die Durchsetzung von medienethischen Standards sorgen, und inwiefern der Satire überhaupt Grenzen zu setzen sind. Dazu wurden qualitative Interviews mit vier landesweit (Schweiz) relevanten Karikaturisten und dem Chefredaktoren einer Satirezeitschrift geführt. Die Gespräche zeigen, dass aus Sicht der Karikaturisten kaum institutionalisierte Grenzen bzw. Instanzen bestehen, welche die Arbeit als Karikaturist beschränken oder gar regulieren würden. Allfällige Kontrollinstanzen sind journalismusintern anzusiedeln, üblicherweise bei der redaktionellen Leitung. Weitere brancheninterne Instanzen wie der Presserat sind zwar bekannt, ihr Einfluss wird aber als gering eingeschätzt. Als redaktionsexterne Instanz kontrollierend oder einschränkend wirkt allenfalls das Publikum, dass sich über eine umstrittene Zeichnung nicht nur empört, sondern dieser Empörung auch Gehör verschaffen will und kann. Zur Frage, inwiefern Satire alles dürfe, wird von den befragten Karikaturisten differenziert beantwortet. Dabei wird eine bewusste Auseinandersetzung mit medienethischen Dimensionen der eigenen Arbeit ersichtlich. Es kann daraus gefolgert werden, dass eine starke Reflexion der Karikaturisten die notwendige Voraussetzung darstellt für eine grösstmögliche Freiheit, die wiederum Voraussetzung dafür ist, dass Karikaturen ihre Doppelfunktion von Unterhaltung und Kritik ausüben können.
Departement: Angewandte Linguistik
Organisational Unit: Institute of Applied Media Studies (IAM)
Publication type: Conference Other
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/2924
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