Title: Sprachlich-kommunikative Praktiken des Adressatenzuschnitts in Pflegeinteraktionen mit fremdsprachigen Patientinnen und Patienten
Authors : Hanselmann, Sandra
Kleinberger, Ulla
Matic, Igor
Conference details: 18. Arbeitstagung zur Gesprächsforschung: "recipient design / Adressatenzuschnitt", Institut für Deutsche Sprache (IDS), Mannheim, Deutschland, 26.-28. März 2014
Issue Date: 2014
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Type of review: Not specified
Language : German
Subjects : Sprachbarrieren; Mehrsprachigkeit; Pflege; Gesprächsanalyse
Subject (DDC) : 404.2: Bilingualism and multilingualism
610.73: Nursing
Abstract: Indem GesprächspartnerInnen ihre Beiträge aufeinander ausrichten und kontinuierlich dem Gesprächsverlauf anpassen, zeigt sich Interaktion als ein wechselseitiger Aushandlungsprozess. SprecherInnen unterstellen AdressatInnen dabei allenfalls gewisse Eigenschaften, wodurch diese im Gespräch als interaktive Konstruktionen von Äusserungen erscheinen, welche einerseits auf gegenseitigen Annahmen beruhen und sich anderseits durch eine optimale Passung an die interaktiven Ziele der SprecherInnen auszeichnen (Deppermann/Blühdorn 2013; Hitzler 2013). Dieser Adressatenzuschnitt in Form von sprachlich-interaktiven Praktiken hat auch für die Gestaltung mehrsprachiger Pflegesettings eine grosse Relevanz. Im interdisziplinären Forschungsprojekt OLBiHN (Overcoming Language Barriers in Home Care Nursing) – unterstützt vom Schweizerischen Nationalfonds und der Ebnet-Stiftung – werden Interaktionen zwischen (schweizer-)deutschsprachigen Pflegefachpersonen und fremdsprachigen Patientinnen und Patienten im Rahmen der häuslichen Pflege („Spitex“) untersucht. Die Pflegeperson hat in ihrer institutionellen Rolle einen klar definierten Auftrag, den sie unter zeit- und ressourcenbedingten Einschränkungen ausführen muss (Roser et al. 2013). Zu diesen komplexen kommunikativen Aufgaben (Brünner 2005) gehört u. a. das Sicherstellen der Verständigung, das für den unmittelbaren Pflegeprozess sowie auch für die weitere Zusammenarbeit ein zentrales Anliegen darstellt. Es stellt sich deshalb die Frage, wie Pflegefachpersonen fremdsprachige PatientInnen adressieren (Sachweh 2000), damit die pragmatischen Implikaturen aus der aktuellen Situation ersichtlich werden. Welche Funktionen erfüllen dabei Anredeformen in der Äusserungsgestaltung? Welche indexikalische Relevantsetzung für die jeweilige Folgehandlung ist zu beobachten? Anhand des Projektkorpus werden diese Aspekte exemplarisch vorgestellt und diskutiert.
Departement: Angewandte Linguistik
Organisational Unit: Institute of Translation and Interpreting (IUED)
Publication type: Conference Other
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/2648
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