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Publikationstyp: Working Paper – Gutachten – Studie
Titel: Cyberkriminalität gegen Organisationen im Sozialbereich : Ergebnisse einer Onlinebefragung im Kanton Zürich
Autor/-in: Baier, Dirk
Biberstein, Lorenz
Girschik, Katja
Wardak, Sabera
et. al: No
DOI: 10.21256/zhaw-25678
Umfang: 29
Erscheinungsdatum: Aug-2022
Verlag / Hrsg. Institution: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Verlag / Hrsg. Institution: Zürich
Sprache: Deutsch
Schlagwörter: Kriminalität; Digitalisierung; Cyberkriminalität; Soziale Organisation
Fachgebiet (DDC): 362: Gesundheits- und Sozialdienste
364: Kriminologie
Zusammenfassung: Kriminalität verlagert sich zunehmend in den digitalen Raum. Dies zeigt sich einerseits daran, dass in der Schweiz bspw. Betrugsdelikte in der Polizeilichen Kriminalstatistik wie in Dunkelfeldbefragungen zunehmen und darüber hinaus verstärkt über das Internet praktiziert werden. So berichten Baier et al. (2022, S. 12), dass die Belastungszahl zu Betrugsdelikten in der Kriminalstatistik im Jahr 2020 mehr als dreimal höher lag als 2010. In einer Befragung zeigte sich, dass die Opferrate des Kreditkartenbetrugs von 2,9 % im Jahr 2011 auf 10,8 % im Jahr 2021 gestiegen ist (Baier et al., 2022, S. 19). Die sog. Cyberkriminalität trifft insofern immer häufiger Privatpersonen. Mindestens jede:r fünfte Schweizer:in wurde bezogen auf die letzten zwölf Monate Opfer von Cyberkriminalität, wobei am häufigsten Delikte wie Cyberbullying und Online-Belästigungen, aber ebenso Datenverluste/finanzielle Schäden durch Viren o.ä. berichtet werden (Baier, 2020). Andererseits sind von der Kriminalität im digitalen Raum ebenso Organisationen betroffen. Sie sind als Ziel für Cyberangriffe u.a. deshalb interessant, weil sie Träger:innen von Wissen, Informationen und Know-how sind – der Grundlage für die Produktion verschiedener Güter. Der Fortbestand von Organisationen ist gefährdet, wenn dieser Grundlage ein Schaden zugefügt wird oder wenn sie in die Hände Dritter gelangt. Dies wiederum macht eine Organisation attraktiv für Erpressungsversuche. In erster Linie treffen diese Überlegungen auf Wirtschaftsunternehmen zu, speziell Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU), weshalb es nicht überrascht, dass die Literatur zu organisationsbezogener Cyberkriminalität in der Schweiz diese Unternehmen fokussiert (u.a. Isenhardt et al, 2022; Mändli Lerch & Repic, 2017; Peter et al. 2020; Pugnetti & Casián, 2021; Zwahlen et al., 2020). Wie Meier und Burda (2020, S. 84) berichten, ist das Thema Cyberkriminalität und Cybersicherheit für Unternehmen sehr bedeutsam: Fast neun von zehn im Rahmen einer Studie befragten Schweizer Unternehmen wurden im vergangenen Jahr Ziel von Cyberangriffen; nur ein kleiner Teil der KMU verfügt zugleich über einen ausreichenden Schutz vor solchen Angriffen. Fraglich ist, inwieweit sich die Befunde der Forschung zu KMU auch auf andere Organisationen übertragen lassen. Das Spektrum weiterer zu untersuchender Organisationen in modernen Gesellschaften ist dabei recht breit: Gedacht werden kann an NGOs, Vereine, Freiwilligenorganisationen, Parteien u.a.m. Das Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse nachfolgend berichtet werden, richtete sich auf Organisationen des Sozialbereichs, was erstens damit zu begründen ist, dass in diesem Bereich sensible Informationen u.a. in Bezug auf die betreuten Klient:innen existieren. Zweitens ist das Institut für Delinquenz und Kriminalprävention, welches das Projekt lancierte, am Departement Soziale Arbeit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) angesiedelt und verfolgt insofern den Auftrag, Phänomene im Themenfeld Soziale Arbeit zu untersuchen. Da es bislang keine eigens auf Organisationen im Sozialbereich zielende Cyberkriminalitätsforschung gibt, orientiert sich der vorliegende Bericht an vorhandenen Studien zu Unternehmen als Ziele von Cyberangriffen. Die Grundlage bildete dabei insbesondere eine detaillierte Unternehmensbefragung, welche in Deutschland durchgeführt wurde (Dreißigacker et al. 2022, 2021). Der Fragebogen dieser Studie wurde weitestgehend übernommen und für die Schweiz angepasst. Im Rahmen des Forschungsprojekts und der durchgeführten Befragung sollten die folgenden Forschungsfragen beantwortet werden: - Wie schätzen Organisationen des Sozialbereichs ihr Risiko ein, Ziel von Cyberangriffen zu werden? - Wie häufig werden Organisationen im Sozialbereich Ziel von Cyberangriffen? Finden sich Unterschiede zwischen verschiedenen Bereichen, in denen die Organisationen tätig sind? - Welche Schäden entstehen den Organisationen im Sozialbereich durch Cyberangriffe? Werden solche Angriffe angezeigt? Und was ist über die Tatpersonen der Angriffe bekannt? - Inwieweit schützen sich Organisationen des Sozialbereichs vor Cyberangriffen? Wie sind sie grundsätzlich auf Cyberangriffe vorbereitet? Im nachfolgenden Kapitel wird zunächst das methodische Vorgehen der Befragung erläutert. Im Anschluss werden die Ergebnisse entlang dieser Forschungsfragen vorgestellt. Zu betonen ist an dieser Stelle, dass es sich um eine erste, eher explorativ angelegte Studie handelte; weitere Studien zum Themenfeld Cyberkriminalität gegen Organisationen im Sozialbereich sind zweifellos wünschenswert.
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/25678
Lizenz (gemäss Verlagsvertrag): Lizenz gemäss Verlagsvertrag
Departement: Soziale Arbeit
Organisationseinheit: Institut für Delinquenz und Kriminalprävention (IDK)
Enthalten in den Sammlungen:Publikationen Soziale Arbeit

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