Publikationstyp: Beitrag in wissenschaftlicher Zeitschrift
Art der Begutachtung: Peer review (Publikation)
Titel: Pflegeberatung : Lessons learnt aus einer Expert*innenbefragung zur Versorgungssituation im Landkreis Lörrach
Autor/-in: Kolb, Annette
Glässel, Andrea
et. al: No
DOI: 10.1016/j.zefq.2022.05.012
Erschienen in: Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen
Band(Heft): 173
Seite(n): 27
Seiten bis: 39
Erscheinungsdatum: 2022
Verlag / Hrsg. Institution: Elsevier
ISSN: 1865-9217
2212-0289
Sprache: Deutsch
Schlagwörter: Pflegeberatung; Versorgungsstruktur; Pflegereform; Gesundheitskompetenz; Autonomie; Care counselling; Supply structure; German care reform; Health literacy; Autonomy
Fachgebiet (DDC): 362: Gesundheits- und Sozialdienste
Zusammenfassung: Hintergrund: Das Spektrum der Pflegeberatungsangebote ist beachtlich. Verschiedene Berufsgruppen mit jeweils unterschiedlichen Qualifikationen und Zielsetzungen führen die Beratungen durch, und die Erreichbarkeit sowie die Serviceangebote der jeweiligen Beratungsstellen variieren sehr. Ziel dieser Studie ist das Herausarbeiten von Empfehlungen für pflegebedürftige Personen und ihre Angehörigen, um a) mehr Transparenz und Kenntnisse über das Spektrum an Pflegeberatungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörige sowie professionelle Akteur*innen herzustellen und b) die Strukturen des heterogenen Spektrums der Pflegeberatungen zu optimieren mittels einer qualitativen Studie mit Expert*innen am Beispiel des Landkreises Lörrach. Methoden: Ausgehend von einer systematischen Literaturrecherche wurden 21 leitfadengestützte Expert*inneninterviews fünf verschiedener Interessensvertretergruppen (Vertreter*innen pflegebedürftiger Personen und ihrer Angehörigen, Leistungserbringer, Kostenträger, Landkreis und Kommunen, Politik) analysiert. Alle Interviews wurden digital aufgenommen und wörtlich transkribiert. Die Datenauswertung erfolgte mit der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse nach Kuckartz. Ergebnisse: Aus 21 Transkripten der Expert*innen gingen neun Hauptkategorien hervor. Exemplarisch werden im Folgenden die Erkenntnisse aus vier Hauptkategorien aufgezeigt, die in Bezug zum Kriterium Transparenz stehen. Die Expert*innen berichten von zahlreichen Barrieren, die sie bei pflegebedürftigen Personen und ihren Angehörigen erkennen, um eine Pflegeberatung in einem hochkomplexen Gesundheitssystem in Anspruch nehmen zu können. Die derzeitige Pflegeberatungsstruktur ist für informationsbedürftige Personen ohne Hintergrundwissen zum Gesundheitssystem intransparent und eine Differenzierbarkeit der verschiedenen Pflegeberatungsangebote mit den teils unterschiedlichen Aufgaben kaum möglich. Die grundsätzlich themenspezifisch aufgebaute Beratungsstruktur ist geprägt von unkoordinierten Parallelstrukturen, auch zum Thema Pflege, die selbst den professionellen Akteur*innen den Überblick und die Orientierung für eine zielgerichtete Inanspruchnahme der Beratungsangebote von Ratsuchenden, wie pflegebedürftigen Personen und ihren Angehörigen erschweren. Die Expert*innen bekräftigen, wie wichtig kreative Ideen und verschiedene Kanäle unter Berücksichtigung der Generationenunterschiede und dem differierenden Informationsverhalten der Ratsuchenden sind, um die Informationsvermittlung und die Sichtbarkeit der Pflegeberatungsangebote zu erhöhen. Für pflegebedürftige Personen und ihre Angehörigen sind niedrigschwellige, bürgernahe, regionale und barrierefreie Zugänge zu Informationen zu schaffen. Primär für professionelle Akteur*innen sollte eine zentrale Plattform auf Landkreisebene errichtet werden, die viele beim Pflegestützpunkt oder beispielsweise beim Landratsamt angesiedelt sehen, auf der die Fäden zusammenlaufen und sämtliche Pflegeberatungsangebote und Aufgabenbereiche beinhaltet. Diskussion und Schlussfolgerung: Insgesamt werden mit den Studienergebnissen zahlreiche systemische Schwachstellen im Spektrum der Pflegeberatungsangebote und im Versorgungssystem aufgezeigt, welche hier auf das regionale Forschungsfeld begrenzt sind und aus der Perspektive des Versorgungsmanagements betrachtet wurden. Die Relevanz, die Strukturqualität von Pflegeberatungen zu optimieren, wird in der Ergebnisanalyse deutlich. Eine Reform der Sozialgesetzgebung, vor allem der Sozialen Pflegeversicherung (Elftes Buch), ist aus der Interviewanalyse abzuleiten und sollte durch eine landesweite Erhebung weiter untersucht werden.
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/25587
Volltext Version: Publizierte Version
Lizenz (gemäss Verlagsvertrag): Keine Angabe
Departement: Gesundheit
Organisationseinheit: Institut für Public Health (IPH)
Enthalten in den Sammlungen:Publikationen Gesundheit

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