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Publication type: Working paper – expertise – study
Title: Berufskarrieren Pflege : Resultate einer Längsschnittstudie zum Berufseinstieg von diplomierten Pflegenden und Erkenntnisse aus einem kombinierten Datensatz zu diplomierten Pflegenden und Fachfrauen/Fachmännern Gesundheit
Authors: Schaffert, René
Trede, Ines
Grønning, Miriam
Hänni, Miriam
Bänziger, Andreas
Robin, Dominik
Helfenstein, Esther
et. al: No
DOI: 10.21256/zhaw-3132
Extent: 90
Issue Date: Oct-2021
Publisher / Ed. Institution: ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Publisher / Ed. Institution: Winterthur
Language: German
Subjects: Pflege; Berufskarriere; Längsschnittstudie; Fachfrauen/Fachmänner Gesundheit; Fachkräftemangel; Berufsverbleib
Subject (DDC): 610.73: Nursing
Abstract: In einer Langzeitstudie untersuchte das ZHAW-Institut für Gesundheitswissenschaften die frühen Berufskarrieren von Pflegenden. Diplomierte Pflegefachpersonen des Abschlussjahrgangs 2011/12 mit Abschlüssen an Fachhochschulen (FH) und Höheren Fachschulen (HF) wurden über drei Befragungswellen bis rund sechs Jahre nach dem Berufseinstieg begleitet (Ende Ausbildung, ein und sechs Jahre nach Einstieg). Die Befragungsergebnisse zeigen die Gründe von Karriereentscheidungen in den ersten Berufsjahren und verweisen auf mögliche Massnahmen, mit denen der Berufsverbleib verlängert werden könnte. Ergänzende Auswertungen erfolgten in einem kombinierten Datensatz mit Daten der Befragung der ZHAW und Daten aus der Langzeitbefragung zu Berufslaufbahnen von Fachfrauen/Fachmännern Gesundheit (FaGe) der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung (EHB). Dieser Bericht vermittelt die zentralen Ergebnisse der Langzeitstudie der ZHAW und fokussiert dabei auf die Erkenntnisse aus der dritten Erhebung. Zwei ergänzende Kapitel gehen auf die wichtigsten Erkenntnisse aus den Analysen der EHB im kombinierten Datensatz ein. Mehr als 600 diplomierte Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner des Abschlussjahrgangs 2011/12 haben rund sechs Jahre nach dem Berufseinstieg an der dritten und letzten Befragung teilgenommen. Dies entspricht einem Anteil von 38 Prozent aller Absolvierenden dieses Jahrgangs an den höheren Fachschulen und Fachhochschulen der Schweiz. Mit einer Antwortquote von 48 Prozent haben sich Fachfrauen/Fachmänner Gesundheit, die fünf Jahre nach dem Einstieg von der EHB befragt wurden, etwas stärker beteiligt. Im kombinierten Datensatz mit diplomierten Pflegefachpersonen und Fachfrauen/Fachmännern Gesundheit finden sich rund 1400 Fälle, zu denen Daten aus allen drei Befragungen vorliegen. Wie die Auswertungen zeigen, stellen die ersten Berufsjahre für viele diplomierte Pflegefachpersonen eine Phase der intensiven Karriereentwicklung dar. Sie wechseln relativ häufig zwischen Stellen und Funktionen und vertiefen ihr berufliches Wissen in Aus- und Weiterbildungen. Noch ist der Anteil derjenigen, die den Beruf bereits verlassen haben, im Vergleich zu späteren Jahren überschaubar. Schon in diesen ersten Jahren lässt sich aber erkennen, weshalb Pflegende aus dem Beruf aussteigen oder dies erwägen: Die aktuellen Bedingungen im Pflegeberuf sind zu belastend und stehen im Widerspruch zu zentralen Bedürfnissen der Pflegenden. Ansatzpunkte für Massnahmen, mit denen der Berufsverbleib gestärkt werden könnte, ergeben sich aus den Auswertungen zu Laufbahnen und deren Begründungen, aus Vergleichen zwischen arbeitsbezogenen Wertvorstellungen und der beruflichen Realität sowie aus von Pflegefachpersonen genannten Bedingungen für den Berufsverbleib. Primäre Ansatzpunkte zeigen sich, • in der hohen Absicht von Pflegenden, bei einer Situationsverbesserung im Beruf zu verbleiben, • in der als mangelhaft erlebten Vereinbarkeit zwischen Beruf und Privat- bzw. Familienleben, • bei den meist nicht erfüllten beruflichen Zukunftserwartungen, • bei der hohen Arbeitsbelastung und deren Auswirkungen auf Privatleben und Gesundheit, • bei der Anerkennung der Pflege durch das Management und mittels höherer Löhne und • in der Erleichterung von Übergängen zwischen Bereichen und Ausbildungsstufen. Zusammenfassend lässt sich anhand der Einschätzungen der Pflegefachpersonen festhalten, dass mit gezielten Massnahmen eine Verlängerung des Berufsverbleibs möglich ist. In erster Linie müssten die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Berufsleben und Privat- bzw. Familienleben verbessert werden. Ansatzpunkte bieten flexible, an die Bedürfnisse der Betroffenen angepasste Arbeitszeitmodelle und eine stärkere Regelmässigkeit bei Arbeitstagen und Schichten. Weitere wichtige Ansatzpunkte aus dem Blickwinkel der Pflegenden finden sich in der Reduktion von Belastungen bei der Arbeit und in der Steigerung der Anerkennung in den Betrieben sowie auf gesellschaftlicher Ebene mit besseren Löhnen.
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/23560
License (according to publishing contract): CC BY 4.0: Attribution 4.0 International
Departement: Health Professions
Organisational Unit: Institute of Health Sciences (IGW)
Published as part of the ZHAW project: Berufskarrieren Pflege: Längsschnittstudie nach dem Berufseinstieg
Appears in collections:Publikationen Gesundheit

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