Publikationstyp: Buchbeitrag
Art der Begutachtung: Editorial review
Titel: Angebote für armutsbetroffene Familien mit Vorschulkindern : zur Schnittstelle von materieller Sicherung, frühkindlicher Bildung und Frühen Hilfen in der Schweiz
Autor/-in: Eberitzsch, Stefan
Brink, Ida Ofelia
Lätsch, David
et. al: No
Erschienen in: ISA-Jahrbuch zur Sozialen Arbeit 2020
Seiten: 192
Seiten bis: 207
Erscheinungsdatum: Dez-2020
Verlag / Hrsg. Institution: Waxman
Verlag / Hrsg. Institution: Münster
ISBN: 978-3-8309-4309-9
Sprache: Deutsch
Schlagwörter: Sozialhilfe; Kindesschutz; Frühe Förderung; Frühe Hilfen; FBBE; Sozialdienste; Kinder- und Jugendhilfe; Grundsicherung
Fachgebiet (DDC): 361: Sozialarbeit und Sozialhilfe
362.7: Jugendhilfe
Zusammenfassung: Die frühe Kindheit steht international im Fokus sozial- und gesellschaftspolitischer Debatten. So wird die Lebensphase zunehmend als ein Investitionsfeld zur gesamtgesellschaftlichen Wohlstandssicherung thematisiert (Marope/Kaga 2015), und es wird auf langfristige soziale Folgekosten verwiesen, die von einer Geringschätzung dieses Politikfeldes ausgehen können (Barnett 2011). Ein hoher Stellenwert kommt in diesen Debatten der Förderung junger Menschen in prekären oder sozial benachteiligten Lebenslagen zu. Insbesondere Kinder aus Familien in Armutslagen sind einem deutlich erhöhten Risiko ausgesetzt, im weiteren Verlauf ihres Lebens selbst von Armut, geringen Bildungsressourcen und gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen zu sein (Laubstein u. a. 2016). Die deutsche wie auch die schweizerische Politik begegnet den genannten Entwicklungsrisiken auf mehreren Ebenen. Eine wichtige Rolle zur Eindämmung materieller Armut spielt die Grundsicherung in Form des Arbeitslosengeldes II (Deutschland) bzw. der materiellen Sozialhilfe (Schweiz/Deutschland). Daneben werden psychosoziale Risiken, die mit Armut assoziiert sind, durch Leistungen, Hilfen und Maßnahmen aus dem breiten Spektrum der frühkindlichen Bildung und Erziehung, den Frühen Hilfen bis hin zu den Hilfen zur Erziehung adressiert. Im vorliegenden Artikel liegt der Fokus auf den beiden erstgenannten Feldern. Armutslagen von Familien stellen ein komplexes und vielschichtiges soziales Problem dar. Mit der hier vorgestellten Studie wird ein spezifischer Ausschnitt davon beleuchtet, nämlich Angebote und Beratung für Familien mit Vorschulkindern, die materielle Grundsicherung beziehen. Dabei geht es insbesondere um die bisher wenig erforschte Frage, wie im Schweizer System der Sozialhilfe die Situation von Vorschulkindern berücksichtigt wird, die in prekären Lebenslagen aufwachsen. Dazu werden – aus einem noch frühen Stadium der Datenauswertung – erste Erkenntnisse einer Befragung von 265 Fachpersonen der Sozialhilfe aus acht Deutschschweizer Kantonen vorgestellt und mit Blick auch auf den Stand der Entwicklung in Deutschland erörtert. Zunächst werden die institutionellen Schnittstellen zwischen materieller Grundsicherung und Angeboten in der frühen Kindheit in beiden Ländern eingeführt. Der Schwerpunkt liegt auf der Schweizer Situation.
Weitere Angaben: Im ISA-Jahrbuch 2020 „Kinderschutz? Lebenswelten gestalten – Gefahren abwehren“ wird eine fachpolitische, facettenreiche Diskussion aufgegriffen, die Expert*innen in vielfältigen Arbeitsfeldern auf kommunaler, Landes- und Bundesebene betrifft. Auf der einen Seite besteht ein großer Handlungsbedarf, um Rahmungen und infrastrukturelle Bedingungen für ein gelingendes Aufwachsen für alle zu gestalten. So zeigen z. B. die Folgen der Armutsentwicklung bei Kindern und Jugendlichen, wie groß die kompensatorischen Herausforderungen in Erziehung und Bildung sind. Auf der anderen Seite braucht es verlässliche Kriseninterventionen und passgenaue Hilfen, um Kinder zu schützen und zu unterstützen. Wie fließend müssen die Übergänge zwischen der Gestaltung einer sozialen Infrastruktur hin zu intensiveren, einzelfallbezogenen Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien sein? Ist dann alles Kinderschutz oder braucht es genauere Definitionen und Abgrenzungen, damit Kinder zuverlässig vor Gefahren für ihr Wohl geschützt werden können? Mit diesen Fragestellungen befassen sich die Autor*innen, um zu einer Klärung und Weiterentwicklung der fachlichen Ausrichtungen beizutragen, die Kinder und Jugendliche stärken und sie in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/20998
Volltext Version: Publizierte Version
Lizenz (gemäss Verlagsvertrag): Lizenz gemäss Verlagsvertrag
Departement: Soziale Arbeit
Organisationseinheit: Institut für Kindheit, Jugend und Familie (IKJF)
Publiziert im Rahmen des ZHAW-Projekts: Kindesschutz und Frühe Förderung in Familien, die Sozialhilfe beziehen: Modelle der Kooperation und Koordination
Enthalten in den Sammlungen:Publikationen Soziale Arbeit

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