Title: Besondere Schwangerschaften und Familien : Eigenreflexion anhand von Vielfalt
Authors : Hasler, Ilke
et. al : No
Conference details: Best Teaching-Best Practices. Transformationen in der Lehre. Tagung zum Lehrpreis der ZHAW, Wädenswil, 11. September 2018
Issue Date: 11-Sep-2018
License (according to publishing contract) : Not specified
Type of review: Not specified
Language : German
Subject (DDC) : 618: Gynecology, obstetrics and midwifery
Abstract: Die heutige Gesellschaft befindet sich in einem stetigen Wandel. War es noch vor ein, zwei Jahrzehnten «undenkbar», dass zwei lesbische Frauen eine Familie gründen, eine Frau mit einem körperlichen Handicap oder (kontrollierter) Substanzabhängigkeit Mutter wird, vielen «unfruchtbaren» Frauen durch medizinischen Fortschritt das «Muttersein» ermöglicht wird, so nimmt die Betreuung von diesen «vulnerablen» Schwangerschaften und Familien mittlerweile einen immer grösseren Stellenwert im Berufsalltag der Hebamme ein. Diese «besonderen Schwangerschaften und Familien» sind anders – anders als die Norm. Sie zeigen die Vielfalt von Menschen, Lebensentwürfen und Möglichkeiten auf. Die Wahrnehmung und Reflexion der eigenen Haltung gegenüber diesen Familien sind, neben dem notwendigen Fachwissen, Voraussetzung, um diese Familien als zukünftige Hebammen professionell, bedarfsorientiert und evidenzbasiert betreuen zu können. Für die Unterrichtseinheit «Besondere Schwangerschaften und Familien» im Bachelorstudiengang Hebamme wurde deshalb grosser Wert daraufgelegt, sowohl kognitive als auch affektive Lernziele zu formulieren. Einerseits war es wichtig, dass sich die Studierenden das nötige, grösstenteils nicht in der gängigen Hebammenliteratur vorhandene Fachwissen aneignen und interprofessionelle Unterstützungsangebote kennen, andererseits sollten sie im Unterricht auch die Möglichkeit erhalten, sich in die Situation dieser Familien hineinzuversetzen. Neben der Sensibilisierung für mögliche Herausforderungen und Schwierigkeiten dieser Familien ist ein grosser Schwerpunkt dieses Unterrichts die Reflexion der eigenen Haltung gegenüber diesen Familien. Obwohl eine Haltungsänderung bei den Studierenden kein primäres Unterrichtsziel ist, gaben 77 Prozent der Studierenden in der Evaluation an, dass es aufgrund des Unterrichts zu Haltungsänderungen gegenüber diesen Familien gekommen sei. Viele der Studierenden waren überrascht und teilweise auch erschrocken über ihre unbewussten Vorurteile. Dieser Unterricht fördert durch eine Vielfalt von Lehr- und Lernmethoden in unterschiedlichen Sozialformen die selbstständige Aneignung von Fachwissen, die Auseinandersetzung mit der eigenen Sozialkompetenz, das kritische Hinterfragen der eigenen Haltung gegenüber diesen Familien und eine reflektierende «Praxis» als Grundvoraussetzung für eine professionelle «Praxis».
Departement: Health Professions
Organisational Unit: Institute of Midwifery (IHB)
Publication type: Conference Other
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/17433
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