Title: Vertrauen in der Soziologie
Authors : Scheidegger, Nicoline
Folini, Elena
Extent : 28
Publisher / Ed. Institution : Universität Zürich
Publisher / Ed. Institution: Zürich
Issue Date: 2000
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Series : IfbF Working Paper
Language : German
Subjects : Vertrauen
Subject (DDC) : 301: Sociology and anthropology
Abstract: Besonders in Zeiten des Umbruchs gewinnt eine alte Frage der soziologischen Theorie wieder vermehrt an Bedeutung: was hält eine Gesellschaft zusammen. Antworten darauf sind auf einer ganzen Bandbreite zu finden: vom Hobbschen Leviathan mit seinem staatlichen Zwangsapparat über normorientierte Lösungen bis hin zur Entstehung von Kooperation unter sogenannt rationalen Egoisten. Dies alles sind Idealkonstruktionen. Wir finden weder den allumfassenden Staat, noch das vollständig sozialisierte Individuum, das nur Normvorstellungen befolgt, noch den nur auf den eigenen Vorteil bedachten Nutzenmaximierer. Sie markieren lediglich die Pole in der Diskussion darüber, welche Kräfte die Gesellschaft zusammenhalten. Vertrauen kann als eine dieser Kräfte bezeichnet werden. Sowohl Vertrauen in sozialen Beziehungen wie Vertauen in grössere Gebilde, in Systeme. Vertrauen kann verschiedene Funktionen haben. Vertrauen kann als stiller Hintergrund kooperative Beziehungen erhalten helfen, kann eine Lösung der Trittbrettfahrer-Problematik sein oder kann Leuten helfen, ihre Eigeninteressen mit denen anderer zu versöhnen. Vertrauen ermöglicht es Politikern, die nötige Zeit für Reformen zuerkannt zu erhalten. Trotz dem zentralen Stellenwert, dem Vertrauen zukommt, wird es von vielen Theoretikern nur wage erwähnt, wie das bereits Gambetta beschrieb: “...in the social sciences the importance of trust is often acknowledged but seldom examinated, and scholars tend to mention it in passing, to allude to it as a fundamental ingredient or lubricant, an unavoidable dimension of social interaction, only to move on to deal with less intractable matters.” (Gambetta 1988: IX-X, in Preisendörfer 1995: 264) Obwohl also Vertrauen eine unabdingbare Voraussetzung für das Zusammenleben ist, durch das Unsicherheit abgebaut, Mehrdeutigkeit reduziert wird, ist eine genaue Analyse von vielen Theoretikern umgangen worden. In unserem Artikel wollen wir einige Soziologen zu Wort kommen lassen, die sich dieser Lücke mehr oder weniger explizit angenommen haben. Zum Einstieg werden wir das Thema etwas umreissen und versuchen, die soziologische von der ökonomischen Sichtweise abzugrenzen. Wir wollen sodann mit drei ausgewählten Vertretern drei verschiedene Strömungen neuerer soziologischer Theorie abdecken. Diese neueren Theorien können grob unterteilt werden in akteurzentrierte Ansätze, Praxistheorien und Systemtheorien. Als jeweilige Vertreter haben wir ausgewählt: Coleman als Vertreter eines akteurtheoretischen Ansatzes, Giddens mit seiner Praxistheorie und Luhmann als Systemtheoretiker. Bei akteurzentrierten Ansätzen gilt das Individuum als Urheber von Praxis. Die Praxistheorie liegt zwischen einem akteurzentrierten und einem systemtheoretischen Ansatz. Hier gelten die Individuen als Träger und Teilnehmer der Praxis, nicht als deren Urheber. Ebenfalls spielt das Zeitkonzept eine bedeutende Rolle. Soziale Verhältnisse perpetuieren sich und gehen nicht völlig in Interaktion auf. Der systemtheoretische Ansatz von Luhmann ist reine Makrotheorie, es gilt, Gesellschaft zu erklären. In Erweiterung von Parsons hat Luhmann kybernetische Dimensionen und kognitionsbiologische Ansätze eingeführt.
Departement: School of Management and Law
Organisational Unit: Center for Human Capital Management (ZHCM)
Publication type: Working paper – expertise – study
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/16996
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