Title: Zur schweizerischen Klimapolitik - wie effizient ist die Bepreisung des fossilen Energieverbrauchs?
Authors : Abrell, Jan
Betz, Regina
Kosch, Mirjam
Piana, Valentino
Schleiniger, Reto
Stünzi, Anna
Extent : 15
Publisher / Ed. Institution : SCCER CREST
Publisher / Ed. Institution: Basel
Issue Date: 12-Dec-2018
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Series : SCCER CREST White Paper
Series volume: 6
Language : German
Subject (DDC) : 333.7: Land, recreational areas and energy
Abstract: Im Dezember 2015 hat sich die internationale Staatengemeinschaft an der Klimakonferenz in Paris geeinigt, den Anstieg der Erdtemperatur zu begrenzen. Die Staaten wurden aufgefordert, national festgelegte Reduktionsziele und Strategien für Treibhausgasemissionen einzureichen und regelmässig Bericht zu erstatten, ob und wie die Ziele erreicht werden. In der Schweiz werden knapp zwei Drittel des Endenergieverbrauchs aus fossilen Energieträgern bezogen (Bundesamt für Energie 2018). Gleichzeitig machen die energiebedingten CO2-Emissionen knapp 80% der gesamten Treibhausgasemissionen aus (Bundesamt für Umwelt 2018). Deshalb ist die Zielvorgabe der Schweiz, die Treibhausgasemissionen im Rahmen des Pariser Abkommens bis ins Jahr 2030 um 50% gegenüber 1990 zu vermindern, auch energiepolitisch von grosser Bedeutung. Um das Ziel zu erreichen, soll das CO2-Gesetz totalrevidiert werden. Das vorliegende White Paper analysiert die Massnahmen der bundesrätlichen Revisionsvorlage zusammen mit anderen Regelungen zur Bepreisung des fossilen Energieverbrauchs aus ökonomischer Sicht. Das soll nicht heissen, dass naturwissenschaftliche, technische und juristische Fragen unbedeutend sind. Die Massnahmen werden speziell im Hinblick auf ihre Effektivität und Effizienz untersucht. Effektivität bezeichnet dabei die tatsächliche Minderungsleistung und Effizienz die Minderung zu möglichst geringen Kosten. Folgende Punkte werden als besonders wichtig erachtet und in diesem White Paper näher diskutiert: 1. Die Emissionsminderung im Inland wird durch das schweizerische Treibhausgasinventar genau überprüft und kann bei Bedarf über eine Verstärkung der Massnahmen beeinflusst werden. Die ausländische Emissionsminderung lässt sich dagegen nur viel schwieriger kontrollieren. Sie hängt unter anderem davon ab, ob die im Ausland erworbenen Minderungsbescheinigungen das Kriterium der Zusätzlichkeit (Additionalität) erfüllen und ob es dabei nicht zu Doppelzählungen der Minderungen kommt. 2. Die CO2-Abgabe hat sich als zentrales und effizientes Instrument der schweizerischen Klimapolitik bewährt. Sie wird allerdings nur auf rund einem Drittel der CO2-Emissionen erhoben. Diese Einschränkung beeinträchtigt eine noch effizientere Emissionsminderung im Inland. 3. Zur Effizienzbeurteilung reicht es nicht aus, alleine die expliziten CO2-Abgabesätze zu betrachten. Dabei werden weder andere bestehende Abgaben auf fossilen Energieträgern – wie beispielsweise die Mineralölsteuer oder die Mehrwertsteuer – noch der lokale Zusatznutzen einer Emissionsminderung – wie etwa geringere Gesundheitskosten durch die Reduktion von Luftverschmutzung – berücksichtigt. Das Konzept des impliziten CO2-Preises kann diese Mängel beheben. Die Ergebnisse zeigen, dass auch die impliziten CO2-Preise je nach Verwendung der fossilen Energie unterschiedlich und teilweise sogar negativ sind. Weil negative implizite CO2-Preise bedeuten, dass die Verbraucherpreise nicht einmal die inländisch anfallenden Kosten decken, liesse sich in diesen Fällen schon wegen des lokalen Zusatznutzens eine Preisanhebung rechtfertigen. 4. Durch eine fahrleistungsabhängige Personenwagenabgabe, wie sie schon beim Schwerverkehr mit der LSVA besteht, sowie durch einen Zuschlag auf den Zertifikatspreis im Rahmen des Emissionshandelssystems könnten die impliziten Preise angeglichen und eine effizientere Emissionsvermeidung im Inland erreicht werden. Ausserdem würde ein stabiler Zertifikatspreis die Planungssicherheit für Investitionen erhöhen.
Departement: School of Management and Law
Organisational Unit: Center for Energy and Environment (CEE)
Publication type: Other (textual)
URI: https://www.sccer-crest.ch/fileadmin/user_upload/SCCER_CREST_White_Paper_6_Klimapolitik.pdf
https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/16939
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