Title: Freiwilligenkommunikaiton in Zeiten digitaler Transformation : Status Quo, Chancen und Gefahren
Authors : Klopfenstein Frei, Nadine
Koch, Carmen
Conference details: Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikationswissenschaften SGKM 2019, St. Gallen, 4.-5. April 2019
Issue Date: 2019
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Type of review: Peer review (Abstract)
Language : German
Subjects : Freiwilligenkommunikation; Digitale Transformation
Subject (DDC) : 302: Social interaction
361.763: Nonprofit organization
Abstract: Die digitale Transformation bringt grosse Veränderungen im Non Profit-Sektor (NPO) mit sich – davon zeigen sich rund drei Viertel deutscher Non Profit-Mitarbeitenden überzeugt (Dufft & Kreutter, 2017). Betroffen ist auch die Freiwilligenarbeit; ein grosses Feld, bedenkt man, dass rund jedeR vierte volljährige SchweizerIn ehrenamtlich in einer NPO tätig ist (Freiwilligenmonitor, Freitag et al, 2016). Um sowohl eine Sinnhaftigkeit als auch Wertschätzung transportieren zu können, ist ein strategisches Freiwilligenmanagement nötig (Reifenhäuser, Hoffmann, & Kegel, 2012). Es gilt sicher zu stellen, dass die Arbeit für die Ehrenamtlichen eine Funktion erfüllt (vgl. funktionaler Ansatz nach Wehner, Güntert, & Mieg, 2018, p. 22), gleichzeitig ist konkrete Unterstützung und Wertschätzung zentral. Der Kommunikation kommt hier eine entscheidende Rolle zu. Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten zur Kommunikation mit und Koordination von Freiwilligen: «[…] durch die Integration von digitalen und analogen Formaten lassen sich ganz neue Potenziale für zivilgesellschaftliche Beteiligung erschließen.» (Dufft & Kreutter, 2017, p. 18). Dies fordert neue Fähigkeiten von FreiwilligenkoordinatorInnen. Dazu reicht es nicht nur die Kanäle zu kennen, sondern auch den (sozialen) Umgang damit zu erlernen. Die nach Theilengerdes (2012) zentralen Kompetenzen «soziale Diagnosefähigkeit» und Gesprächsführung müssen den veränderten Bedingungen angepasst werden. Es muss gewährleistet werden, dass auch bei digitalen Kommunikationsformen die Wertschätzung ehrenamtlicher Arbeit sichergestellt wird (Wehner et al., 2018). Noch gibt es wenig empirisch abgestütztes Wissen darüber, wie die digitale Transformation in der Freiwilligenkoordination Einzug genommen hat und mit welchen Herausforderungen NPO’s diesbezüglich konfrontiert sind. Den Fragen wie karitativ-soziale NPO’s mit der Digitalisierung umgehen und welche Chancen und Herausforderungen sie sehen, wurden in dieser Studie im Rahmen von 16 qualitativen Leitfadengesprächen mit FreiwilligenkoordinatorInen (aus den Bereichen humanitäre Hilfe, Umweltschutz, Kirche, Jugendschutz) nachgegangen. Das Sample versucht der Vielfalt innerhalb des karitativen-sozialen Bereich gerecht zu werden, ohne einen Anspruch auf Repräsentativität zu stellen. Die folgenden drei Felder wurden im Interview behandelt: Freiwilligenkoordination in der NPO generell, verwendete Kommunikationskanäle und Entwicklungen durch die digitale Kommunikation. Ausgeklammert wurde der Aspekt der Akquise, um die Interviewdauer nicht zu überstrapazieren. Diese Bestandesaufnahme und Identifizierung der Themenfelder ist ein Ausschnitt einer mehrteiligen Studie, in der im nächsten Schritt die Seite der Freiwilligen beleuchtet wird. Die Auswertungen der ersten Teilstudie zeigen: Die digitale Kommunikation scheint für viele FreiwilligenkoordinatorInnen eine grosse Herausforderung zu sein. Viele sind im Umgang und Einsatz von neuen Tools im Alltag überfordert. Zudem führt der Umgang mit digitalen Daten zu Problemen in Punkto Datenschutz. Die zeitliche Entgrenzung durch digitale Tools zeigt eine zunehmende Problematik in der Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben, die in der Arbeit mit Ehrenamtlichen besonders ausgeprägt ist. Die Entgrenzung birgt jedoch auch grosse Chancen. So können mehr Freiwillige über digitale Kanäle nicht nur rascher, sondern auch ortsungebunden für kurzfristigere Einsätze angefragt werden. Darüber hinaus ist eine zielgruppenspezifischere Anfrage von Freiwilligen über digitale Kanäle möglich. Dadurch kann Freiwilligenkommunikation effizienter und schlussendlich das Freiwilligenmanagement effektiver werden. Ein erstes Fazit zeigt damit die Notwendigkeit einer verstärkten digitalen Strategie in der Freiwilligenkommunikation, dem Erstellen und Einsetzen von Richtlinien und der Schulung der KoordinatorInnen.
Departement: Applied Linguistics
Organisational Unit: Institute of Applied Media Studies (IAM)
Publication type: Conference Other
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/16597
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