Please use this identifier to cite or link to this item: https://doi.org/10.21256/zhaw-5555
Title: Antibiotikaresistenzen auf die Agenda! L’antibiorésistance à l’agenda : Schlussbericht zur situativen Analyse öffentlicher Diskurse über Antibiotikaresistenzen mittels digitaler Daten
Authors : Borghoff, Birgitta
Stücheli-Herlach, Peter
Schwarz, Natalie
Bilat, Loïse
Extent : 79
Publisher / Ed. Institution : ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Publisher / Ed. Institution: Winterthur
Issue Date: Apr-2019
License (according to publishing contract) : Not specified
Language : German
French
Subjects : Antibiotikaresistenz; Antibiorésistance; Antibiotic resistance; Gesundheitspolitik; Santé publique; Health policy; Öffentliche Kommunikation; Communication publique; Public communication; Diskurslinguistik; Analyse de discours; Discourse linguistics; Korpuslinguistik; Linguistique de corpus; Corpus linguistics
Subject (DDC) : 302: Social interaction
401.4: Lexicology and terminology
Abstract: Management Summary (Deutsch et en français) Der Forschungsbereich Organisationskommunikation und Öffentlichkeit (OKOE) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW, Departement Angewandte Linguistik) hat für das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine situative Diskursanalyse mit Blick auf die Nationale Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) durchgeführt. Untersucht worden sind dabei Muster der sprachlichen Verständigung im öffentlichen Diskurs über Antibiotika und Antibiotikaresistenzen. Die Analysen erfolgten sowohl anhand eines deutsch- wie eines französischsprachigen Datenkorpus. Berücksichtigt wurden frei zugängliche Webtexte von Akteuren aus Politik, Medien, Gesundheitswesen und Wissenschaft. Wiederkehrende Muster der Verständigung im öffentlichen Diskurs können als sprachliche Form des «common sense» zu einem Thema verstanden werden. Dieser «common sense» ist eine wichtige Bezugsgrösse für übergreifende Kommunikations- und Diskursstrategien. Das gilt besonders für Akteure öffentlicher Governance, deren Strategien Akzeptanz finden und für Publikumsdiskurse anschlussfähig sein müssen. Analysen in zwei Sprachen: Eine Exploration erfolgte in deutscher Sprache, um die «kommunikative Infrastruktur» (Akteure, Ereignisse, Suchwörter usw.) des Diskursbereichs insgesamt identifizieren zu können. Darauf aufbauend sind zwei Datenkorpora erstellt worden. Ein deutschsprachiges Korpus mit 1.9 Mio. Texten bzw. 839 Mio. Wörtern von 133 Webquellen jener Organisationen, die für das Politikfeld und öffentliche Diskurse zur StAR als relevant eingestuft werden konnten. Un corpus francophone comportant 16‘000 textes (env. 21.9 Millions de mots) provenant de 149 sources du Web des organisations qui ont été classées comme pertinentes pour les discours francophone concernants StAR. Themen und Ereignisse: Die Analyse zeichnet das Bild eines vielfältigen, aber schwach ausgeprägten Spezialdiskurses über Antibiotikaresistenzen sowohl in Deutsch wie in Französisch. Antibiotikaresistenzen erscheinen als ein Spezialthema neben anderen Top-Themen, welche die untersuchten Akteure deutlich häufiger beschäftigen. Zu diesen anderen Themen gehören Krankheiten und Behandlungen im Allgemeinen und unabhängig von Antibiotika(resistenzen). Die journalistische Berichterstattung zu Antibiotika(resistenzen) ist in beiden untersuchten Sprachräumen deutlich auf Ereignisse und behördliche Informationsangebote bezogen. Diskursnetzwerke: Einzelne Akteure treten in unterschiedlicher Intensität auf. Zu den «Stars» in der Deutschschweiz zählen (von anderen häufig genannten) Akteure wie der Bundesrat und das BAG, die internationale World Health Organization (WHO), Swissmedic und die Universität Zürich. Parmi les « Stars » du discours francophone figurent outre l’OFSP, le Canton de Berne et l’OMS notamment les Hôpitaux de Suisse H+, la Fédération des médecins de Suisse (FMH), le Centre hospitalier universitaire vaudois et Santésuisse. Als «Repräsentanten» gelten Akteure, die häufig auf andere Akteure verweisen. In der Deutschschweiz sind das bspw. die Basellandschaftliche Zeitung und 20 Minuten. Comme « représentants » du discours francophone fonctionnent les Cantons de Genève, Neuchâtel et Valais (Romandie). Santésuisse, SVP und die Unispitäler Basel und Zürich zählen als «Relais» zu jenen Akteuren, die in deutscher Sprache sowohl häufig genannt werden also auch andere häufig nennen. En Romandie, ce sont surtout des fédérations et des associations ainsi que les Hôpitaux Universitaires de Genève qui font partie des «Relais». Public Stories, Kontroversen und Koalitionen: Die Diskurse erzählen zu ausgewählten Suchwörtern (wie «Antibiotika/-resistenzen«, «Forschung«, «Patienten«, «Wirkungen«, «infections», «bactéries») differenzierte Geschichten («Public Stories»). In der Deutschschweiz sind das Geschichten bspw. über die Bedeutung der Patientenverantwortung, über unterschiedliche Wirkungen und die Entwicklung (alternativer) Diagnose-, Behandlungs- und Therapieverfahren sowie über die Notwendigkeit, Forschende entsprechend zu fördern, zu vernetzen und motivieren. Les récits publics («Public Stories») des discours francophones sont également orientés sur la santé, les patients et les traitements. Ce discours comporte encore des récits spécifiques sur les infections et les bactéries, comme l’histoire d’un combat contre des infections antibiorésistantes ou à propos des résultats d’un nouvel antibiotique contre des germes résistants. Während in deutschsprachigen Diskursen Kontroversen über Antibiotika/Antibiotikaresistenzen geführt werden, fehlt eine breite Diskurskoalition, die sich auf eine allgemein verständliche sprachliche Symbolik für das Grundanliegen von StAR beziehen könnte. Der bisher dafür gewählte Begriff «One Health» hat sich nicht durchsetzen können. En revanche en Romandie, deux controverses ont été identifiées; l’une entre les médias et les destinataires des politiques publiques, l’autre plus substantielle entre le Canton de Neuchâtel et les prescripteurs comme l’OFSP ou Swissnoso. Contrairement à la Suisse alémanique, il existe visiblement une coalition forte entre les médias et le monde médical concernant la gestion du traitement des infections en milieu hospitalier. On ne dénombre aucune controverse ni coalition qui concerne l’antibiorésistance en soi. Fazits und Transfer: Die Ergebnisse zu beiden Sprachen zeigen, dass ein erst begrenzter, deutlich fachsprachlich gekennzeichneter «Spezialdiskurs» über Antibiotika(resistenzen) stattfindet, der künftig stärker und gezielter in übergreifende thematische Rahmen (wie Krankheiten, Umwelt, santé usw.) eingebettet werden sollte und könnte, um Kommunikationsziele von StAR zu erreichen. Dabei wäre auf die Entwicklung eines dafür geeigneten, leicht verständlichen Vokabulars zu achten, ebenso wie auf die Anknüpfung an sich entwickelnde «Public Stories». Die Ergebnisse der Diskursanalyse sind greifbar und nutzbar in interaktiven Visualisierungen (https://bit.ly/2JT0Cr9; Passwort: bagstar). Sie veranschaulichen die Erkenntnisse der Analysen, um den Wissenstransfer zu unterstützen und eine anschliessende, intern wie extern breit abgestützte Strategieentwicklung zu ermöglichen.
Departement: Applied Linguistics
Organisational Unit: Institute of Applied Media Studies (IAM)
Publication type: Working paper – expertise – study
DOI : 10.21256/zhaw-5555
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/16464
Published as part of the ZHAW project : Diskursanalyse Antibiotikaresistenzen (Deutscher Sprachgebrauch)
Diskursanalyse Antibiotikaresistenzen (Französischer Sprachgebrauch)
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