Please use this identifier to cite or link to this item: https://doi.org/10.21256/zhaw-151
Title: Risikowahrnehmung privater Anleger aus Berateroptik
Authors : Soliva, Martin
Editors: Hofmann, Roland
Publisher / Ed. Institution : ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Publisher / Ed. Institution: Winterthur
Issue Date: 2010
Series : Financial Consulting
Language : Deutsch / German
Subjects : Risikowahrnehmung; Finanzkenntnisse; Kundenprofil; Client Profile; Financial Knowledge; Risk Perception
Subject (DDC) : 332: Finanzwirtschaft
Abstract: Der Financial Consultant ist in der Beratungspraxis häufig mit einer verzerrten Risikowahrnehmung seiner Kunden konfrontiert. Dies steht im Gegensatz zur traditionellen Finanztheorie, die davon ausgeht, dass Anleger Nutzenmaximierer mit rationalen Erwartungen sind. Das übergeordnete Ziel der vorliegenden Masterthesis ist, die Wahrnehmung von Anlagerisiken umfassend zu analysieren und daraus Implikationen für die Beratungspraxis abzuleiten. Im theoretischen Teil dieser Arbeit werden verschiedene Einflussfaktoren auf die Risikowahrnehmung diskutiert, wobei dem Einfluss psychologischer Effekte auf die Wahrnehmung von Anlagerisiken ein besonderes Augenmerk gilt. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wurde im empirischen Teil der Arbeit eine Umfrage durchgeführt, an der 256 Kundenberater von Schweizer Finanzinstituten teilnahmen. Die Ergebnisse dieser Umfrage zeigen, dass Kundenberater durch ihre fundierten Finanzkenntnisse Anlagerisiken realistischer wahrnehmen als Schweizer Aktionäre. Bei der Einschätzung der Anlagerisiken von vier verschiedenen Anlagestrategien, die mit drei unterschiedlichen Darstellungsarten präsentiert wurden, kommt jedoch die Subjektivität des wahrgenommenen Risikos deutlich zum Vorschein. Es kann gezeigt werden, dass die Risikodarstellungsart, entgegen der Ansicht der traditionellen Finanztheorie, sehr wohl einen Einfluss auf das wahrgenommene Risiko hat. Die Umfrageergebnisse zeigen ausserdem, dass sich Risiken mit rein quantitativen Risikoparametern, wie bspw. der Volatilität, nur ungenügend beschreiben lassen. Weitere Risikomerkmale einer Kapitalanlage, wie bspw. Liquidität und Produkttransparenz, müssen in der Beratungspraxis genauso beachtet werden. Aus den Erkenntnissen der analysierten Studien sowie der eigenen empirischen Untersuchung wurden Umsetzungsempfehlungen für die Beratungspraxis erarbeitet. Dabei wird aufgezeigt, dass die Risikowahrnehmung eine wichtige Rolle bei der Ermittlung des Kundenrisikoprofils spielen sollte. Zudem wird dargestellt, wie bei der Gestaltung der passenden Asset Allocation psychologische Aspekte miteinbezogen werden können. Schliesslich werden Vorschläge präsentiert, wie die Charakteristiken und Risikoeigenschaften einer Anlage dem Kunden bestmöglichst vermittelt werden können. Gut ausgebildete Kundenberater, die sich den psychologischen Anlegerfallen (wie bspw. Selbstüberschätzung) bewusst sind, können für ihre Kunden Mehrwert schaffen. Ein spezielles Augenmerk sollten die Berater auf das Finanzwissen und die Anlageerfahrung ihrer Kunden richten. Durch eine wirklich anlegergerechte Beratung können sowohl die Kunden als auch die Finanzinstitute langfristig nur gewinnen.
In financial advisory, consultants are often faced with a distorted risk perception of their clients. This contradicts the assumptions of traditional financial theory, where investors maximise expected utility and have rational expectations. The objective of this masterthesis is to analyse the perception of risk in the context of investment decisions and derive implications for advising private clients. In the theoretical part of this study, specific factors determining risk perception are analysed, with an emphasis on psychological factors. Drawing on these insights, a survey was conducted among 256 client advisors at Swiss financial institutions with the following results: due to their in-depth financial knowledge client advisors perceive investment risks in a more realistic way than Swiss shareholders. However, when asked to assess four different investment strategies, which were each displayed in three different ways, the subjectivity of risk perception became evident. In contrast to the predictions of traditional financial theory, the way in which risk is displayed has an immediate impact on perceived risk. Moreover, the survey yields that risk can only be imperfectly described with purely quantitative measures such as volatility. Further characteristics of an investment, such as liquidity and product transparency, should also be incorporated into the advising process. The findings of the analysed studies and this survey are used to derive recommendations for the advising process. The impact of risk perception on the fixing of a client risk profile is demonstrated. Furthermore, it is shown how psychological aspects can be included in finding an appropriate asset allocation. Finally, methods are suggested to make the client understand characteristics and risk features of an investment in an optimal way. In conclusion, well trained client advisors, who are aware of the psychological pitfalls of investing (such as overconfidence), can create added value for their clients. They should pay attention to the financial literacy and experience of their clients. Providing risk assessments and investment advice suited to their clients needs, both financial institutions and clients will benefit in the long run.
Departement: School of Management and Law
Organisational Unit: Abteilung Banking, Finance, Insurance (ABF)
Publication type: Thesis: Master / Master Thesis
DOI : 10.21256/zhaw-151
ISBN: 978-3-905745-33-7
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/151
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