Title: Aufsicht über die berufliche Vorsorge : internationaler Vergleich
Authors : Schmeiser, Hato
Nussbaum, Werner
Braun, Alexander
Rymaszewski, Przemyslaw
Zeier Röschmann, Angela
Editors: Bundesamt für Sozialversicherungen
Extent : 120
Publisher / Ed. Institution : Bundesamt für Sozialversicherungen
Publisher / Ed. Institution: Bern
Issue Date: 2010
License (according to publishing contract) : Licence according to publishing contract
Series : Beiträge zur sozialen Sicherheit
Series volume: Forschungsbericht Nr. 12/10
Language : German
Subject (DDC) : 331: Labor economics
344: Labor, social, education and cultural law (CH)
Abstract: Die Altersvorsorgesysteme unterscheiden sich international stark, insbesondere hinsichtlich Ausgestaltung und Bedeutung der beruflichen Vorsorge, verstanden als eine kapitalgedeckte Arbeitnehmerversicherung. Diese Unterschiede übertragen sich selbstredend auch auf die Systeme zur Beaufsichtigung der entsprechenden Akteure. Der beruflichen Vorsorge kommt in der Schweiz eine sozialpolitisch äusserst gewichtige Rolle zu. Reformen, auch in Bezug auf die Aufsicht, müssen deshalb immer ausgewogen und den entsprechenden Verhältnissen angepasst sein. Eine Orientierung an Ländern, in denen die berufliche Vorsorge sozialpolitisch kaum von Bedeutung ist, wäre nicht sinnvoll. Die vorliegende Studie zeigt im ersten Teil einen Vergleich der Entwicklungen in Bezug auf die direkte Aufsicht bzw. die Oberaufsicht in sechs Ländern (Deutschland, Österreich, Niederlande, Schweden, Kanada und Japan). Es zeigt sich, dass die Aufsicht zunehmend integriert (Banken, Lebensversicherer und berufliche Vorsorge) gesteuert wird, wenngleich die direkte Aufsichtstätigkeit durchaus an regionale Instanzen delegiert werden kann, wie beispielsweise in Kanada oder Schweden. Die Konvergenz hinsichtlich des Integrationsgrads ist für die europäischen Staaten in besonderem Masse auf Entwicklungen im EU Recht zurückzuführen. In der Schweiz hat sich die berufliche Vorsorge seit ihrem Bestehen weitgehend unabhängig vom Banken- oder Versicherungssektor entwickelt. Das schlägt sich noch heute in der Regulierung nieder. Aus der Studie abzuleiten, dass die Schweiz eine integrierte und zentralisierte Aufsicht brauchen würde, wäre falsch. Die Autoren stellen fest, dass die Gefahr eines “administrativen Leviathans“ nicht vernachlässigt werden darf. Zudem müssten die Aufsichtssysteme den lokalen Bedürfnissen und Rahmenbedingungen angepasst sein. Diese wichtigen Überlegungen bilden denn auch die Grundlage für die Strukturreform in der Schweiz. Mit ihr können die in der Studie genannten Herausforderungen effektiv und effizient adressiert werden. Durch die Regionalisierung der direkten Aufsicht wird die Nähe zu den Vorsorgeeinrichtungen und den Versicherten erhöht. Mit der Schaffung einer politisch unabhängigen Oberaufsichtskommission wird die Aufsichtsqualität und –Konsistenz sichergestellt. Diese Systemaufsicht unterstützt die Entwicklung hin zu einer risikoorientierten Aufsicht. Die Schweiz nimmt damit die internationalen Trends auf, jedoch angepasst an die sozialpolitische Bedeutung der beruflichen Vorsorge hierzulande und die paritätische bzw. sozialpartnerschaftliche Verwaltung. Die Entpolitisierung der Aufsicht erhöht darüber hinaus ihre Anpassungsfähigkeit an sich immer rascher wandelnde ökonomische Rahmenbedingungen. Für das Bundesamt für Sozialversicherungen ist es deshalb entscheidend, dass der Oberaufsichtskommission die für die Erfüllung ihrer Aufgaben notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Der zweite Teil der Studie zeigt, dass die Aufsichtsbehörden zunehmend eine präventiv ausgerichtete Aufsichtsphilosophie verfolgen, die sich an den zugrundeliegenden Risiken orientiert. Die Europäische Union (CEIOPS1) treibt die Schaffung entsprechender methodischer Standards voran. Der Bericht beleuchtet verschiedene methodische Ansätze, die in der Fachwelt auch kontrovers diskutiert werden. In der Schweiz wird die diesbezügliche Verantwortung bei der neu geschaffenen Oberaufsichtskommission liegen. Mit dieser eigenständigen Lösung wird gewährleistet, dass die internationalen Trends in Bezug auf das Verständnis von Solvenz aufgenommen werden und gleichzeitig der Charakter und die Besonderheiten der beruflichen Vorsorge in der Schweiz bewahrt werden können. Über Fragen der Solvenz hinaus wird zum Aufgabengebiet der Oberaufsichtskommission auch gehören, die Regeln zur “Good-Governance“ weiter zu entwickeln und eine einheitliche Anwendung zu gewährleisten. Diesem Punkt kommt aufgrund der grossen ökonomischen und sozialpolitischen Bedeutung der beruflichen Vorsorge in der Schweiz eine bedeutendere Rolle zu als in Ländern, die ihre Altersvorsorge primär in einem staatlichen Umlageverfahren durchführen.
Departement: School of Management and Law
Organisational Unit: Center for Risk & Insurance (ZRI)
Publication type: Working paper – expertise – study
ISSN: 1663-4659
URI: https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/publikationen-und-service/forschung/forschungspublikationen/_jcr_content/par/externalcontent.external.exturl.pdf/aHR0cHM6Ly9mb3JzY2h1bmcuc296aWFsZS1zaWNoZXJoZWl0LW/Noc3MuY2gvd3AtY29udGVudC91cGxvYWRzLzA5NTAxX2RlLnBk/Zg==.pdf
https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/13715
Appears in Collections:Publikationen School of Management and Law

Files in This Item:
There are no files associated with this item.


Items in DSpace are protected by copyright, with all rights reserved, unless otherwise indicated.