Please use this identifier to cite or link to this item: https://doi.org/10.21256/zhaw-1254
Title: Die Auswirkungen einer Naturkatastrophe auf das Konzept von Mikrofinanz : Eine Analyse anhand des Beispiels Nepal
Authors : Rytsakhu, Dhadon
Advisors / Reviewers : Anhorn, Regina
Publisher / Ed. Institution : ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Issue Date: 2016
Language : Deutsch / German
Subject (DDC) : 332: Finanzwirtschaft
338: Produktion
Further description : Am 25. April 2015 ereignete sich im Königreich Nepal das schlimmste Erdbeben seit über 80 Jahren: Mit Stärke 7.9 kostete die Naturkatastrophe nicht nur zahlreichen Menschen das Leben, sondern zerstörte auch viele Existenzgrundlagen. Mikrofinanz soll benachteiligten Bevölkerungsschichten den Zugang zum Finanzsystem ermöglichen. Die Folgen von Naturkatastrophen wie dem Erdbeben erschweren jedoch die nachhaltige Befreiung der potenziellen Kreditnehmer aus dem Teufelskreis der Armut. Diese Bachelorarbeit untersucht deshalb die Einflüsse der Naturkatastrophe auf den Mikrofinanzsektor Nepals und geht der Frage nach, welche Änderungen der Erdstoss 2015 für Kreditnehmer und -geber ausgelöst hat. Des Weiteren wird untersucht, ob Mikrofinanz in Nepal ein geeigneter Ansatz für die Milderung von Mittellosigkeit ist. Dabei wird der Fokus speziell darauf gelegt, ob den Menschen tatsächlich geholfen wird. Um diese Fragen zu beantworten, wurden mit Hilfe der externen nepalesischen Firma Sarathi Lagani Pvt. Ltd. eine Umfrage unter 30 nepalesischen Mikrokreditnehmern sowie zwei aufschlussreiche Interviews durchgeführt. Daneben wurden anhand einer Analyse von Jahresberichten nepalesischer Mikrofinanzinstitutionen Hinweise auf Veränderungen nach der Katastrophe ausgearbeitet. Unter Beizug aktueller Literatur und eines weiteren qualifizierten Interviews in Indien wurde diese Forschungsarbeit vervollständigt. Die Analyse hat ergeben, dass eine Zunahme des Anteils männlicher Kleinkreditnehmer erkennbar ist, obwohl in Südasien die Mehrheit der Mikrokredite von Frauen aufgenommen wird. Das durchschnittliche Alter bei der Aufnahme der Kredite liegt zwischen 36 und 45 Jahren, da vor allem bei jungen Nepalesen die Arbeitsmigration zunimmt. Obwohl der Erdstoss die Einkommensquelle vieler zerstört hat, bereitet der Gedanke der Rückzahlung den nepalesischen Kreditnehmern keine Sorgen. In den Jahresberichten ist zu erkennen, dass die Rückstellungen für Kreditausfälle stark zugenommen haben. Dies unterstreicht den grosszügigeren Vergabeprozess für Kleinkredite und die gestiegenen Risiken. In Bezug auf die Anzahl der Mitarbeiter konnten bei den Neueinstellungen und Entlassungen keine Extremwerte festgestellt werden. Unter einem besseren Lebensstandard verstehen viele Nepalesen die Erfüllung eines Grundbedürfnisses, nämlich genügend Nahrung. Die Meinungen über die nötigen Massnahmen zur Armutsbekämpfung gehen weit auseinander. Dennoch besteht unter verschiedenen Befragten Einigkeit, dass die zunehmende Digitalisierung den Mikrofinanzsektor prägen wird. Mit Mikrofinanz kann den Menschen in Nepal effektiv geholfen werden. Trotz allem hat der Mikrofinanzsektor in Nepal Verbesserungspotential. Die Mikrokreditaufnahme und -vergabe sollte zwingend mit zusätzlichen Auflagen verbunden sein, um die Kreditnehmer und -geber zu schützen. Investitionen in Zusatzversicherungen können den Verlust nach einer Naturkatastrophe ausgleichen, zudem muss das Personal in den Mikrofinanz-Institutionen aufgestockt werden. In Zukunft müssen die Kleinkreditnehmer und die Armutsbekämpfung im Mittelpunkt stehen.
Departement: School of Management and Law
Publication type: Thesis: Bachelor / Bachelor Thesis
DOI : 10.21256/zhaw-1254
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/1256
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