Titel: Dialogische Wissensentwicklung anstatt Wissens-Beschleunigung? : kritische Reflexionen zur Zusammenarbeit der Fachpersonen im Feld der Fremdplatzierung im Rahmen eines Praxisprojekts (WiF.swiss)
Autor/-in: Eberitzsch, Stefan
Keller, Samuel
Angaben zur Konferenz: 4. internationaler Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Soziale Arbeit (SGSA/SSTS) "Soziale Arbeit und Lebenslauf im Zeichen der Beschleunigung", Lausanne, 12.-13. September 2018
Erscheinungsdatum: 12-Sep-2018
Lizenz (gemäss Verlagsvertrag): Lizenz gemäss Verlagsvertrag
Art der Begutachtung: Peer review (Abstract)
Sprache: Deutsch
Schlagwörter: Fremdplatzierung; Heimerziehung; Jugendstrafrecht; Pflegekinderbereich; Wissensplattform; Praxistransfer
Fachgebiet (DDC): 362: Gesundheits- und Sozialdienste
Zusammenfassung: Vom diagnostizierten Phänomen «sozialer und technologischer Beschleunigung» bleibt auch die Wissenschaft nicht unberührt: mit Blick auf einen weithin geforderten Anwendungsbezug werden verstärkt wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze für soziale Probleme nachgefragt, die teils durch Beschleunigungsprozesse evoziert sind. Insofern erscheint es als eine Begleiterscheinung dieser Prozesse, dass die Grundsatzfrage danach, wie wissenschaftliches Wissen in sozialer Praxis wirksam werden kann, an Dringlichkeit gewonnen hat. Vor diesem Hintergrund ist auch die Wissenschaft Soziale Arbeit vermehrt angefragt darzulegen, wie ihre empirischen Erkenntnisse soziale Innovationen in der Praxis hervorbringen können. Zwar ist ein enger Bezug der Wissenschaft Soziale Arbeit zur Profession sowie deren Handlungsfeldern ein grundlegendes Merkmal der Disziplin. Doch geht es unter Bedingungen von Beschleunigung nun verstärkt darum, Ansätze zu entwickeln, die im Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis neue Wissens- und Handlungsformen ermöglichen. Jedoch benötigt dieses Zusammenspiel auch «entschläunigte» Rahmenbedingungen, wie sich gerade beim Thema der Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen nachzeichnen lässt. Hier beschreitet das Praxisprojekt Wissenslandschaft Fremdplatzierung – WiF.swiss neue Wege: mit Blick auf die Frage danach, wie bestehende Wissensformen wirksam werden können, wurde in diesem Projekt das Konzept einer «Dialogischen Wissensentwicklung» zwischen Praxis und Wissenschaft entwickelt und umgesetzt. Dieses Konzept sieht vor, dass Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis in einem umfassenden Dialog gemeinsam bewertet, übersetzt und handlungsorientiert weiterentwickelt werden (vgl. Eberitzsch, Gabriel, Keller 2017). Entsprechend ist das Vorhaben WiF.swiss auch ein Kooperationsprojekt zwischen Integras, Fachverband für Sozial- und Sonderpädagogik, und der ZHAW, Soziale Arbeit, Institut für Kindheit, Jugend und Familie. In diesem Vorhaben fliessen sowohl Aspekte von Forschung, Entwicklung aber auch die Erprobung digitaler Formen der Wissensproduktion und -dissemination zusammen. Konkret werden auf der Wissensplattform www.wif.swiss für Fachpersonen Orientierungen und Reflexionsfragen zur Qualitätsweiterentwicklung und Haltungsreflexion in Fremdplatzierungsprozessen visualisiert und zur Diskussion gestellt. Integraler Teil der Web-Plattform sind Möglichkeiten des direkten Feedbacks, das als Grundlage zur Weiterentwicklung der Inhalte dient. Weiterhin hat sich rund um das Projekt eine „WiF-Community“ formiert die zum Informationsaustausch, für das Arbeiten in Workshops sowie bei Tagungen zusammenfindet. So wird nicht nur eine – bisher noch kaum vorhandene – kantonsübergreifende Verständigung angeregt, sondern auch Gefässe für einen «entschleunigten» Dialog geschafften, in dem sich Fachpersonen aus Praxis und Wissenschaft ohne Handlungsdruck oder (disziplinbedingten) Hierarchieansprüchen gemeinsam den zentralen Inhalten ihrer Arbeit widmen. Kooperative Grundhaltung und gegenseitiges Verständnis zwischen den vielen beteiligten Akteure sind zwar als zentrale Faktoren zur längerfristigen und anschlussfähigen Sicherung des Kindeswohls bekannt. Doch Zeiten um gemeinsam darüber nachzudenken wie im besten Interesse des Kindes zu handeln wäre und dies dann interdisziplinär auszuhandeln, bestehen unter den ökonomischen Zwängen der Gegenwart kaum. Deshalb fragt dieser Beitrag, unter Beiziehen von Erkenntnissen aus Wif.swiss, kritisch danach, wie dem fachlich hoch relevanten «entschläunigten» Dialog mehr Anerkennung und allenfalls auch durch Nutzung digitaler Medien, mehr Raum und Zeit verschafft werden könnte.
Departement: Soziale Arbeit
Organisationseinheit: Institut für Kindheit, Jugend und Familie (IKJF)
Publikationstyp: Konferenz: Sonstiges
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/10802
Enthalten in den Sammlungen:Publikationen Soziale Arbeit

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